Z Gastroenterol 2013; 51 - K434
DOI: 10.1055/s-0033-1353084

Transthorakale Ösophagektomie nach endoskopischer Resektion beim Ösophagus-Frühkarzinom

PS Plum 1, AH Hölscher 1, E Bollschweiler 1, W Schröder 1
  • 1Uniklinik Köln, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie, Köln, Germany

Einleitung: Nach endoskopischer Mukosaresektion (EMR) eines cT1 Ösophaguskarzinoms kann es folgende Indikationen zur anschließenden Ösophagektomie geben:

Inkomplette Tumorresektion (basal oder lateral)

Submukosainfiltration mit dem Risiko von Lymphknotenmetastasen

Risikokonstellation für Lymphknotenmetastasen bei L1 V1 oder undifferenziertem Karzinom

Rezidiventwicklung

Zu den Ergebnissen gibt es bisher kaum Mitteilungen in der Literatur.

Ziele: Es wurde die 4-Jahres-Überlebensrate (4-J-ÜLR) von Patienten mit EMR und nachfolgender Ösophagektomie mit derjenigen eines Kollektivs mit primärer Operation bei pT1 Ösophaguskarzinom verglichen.

Methodik: In einer retrospektiven Analyse wurden 40 Patienten ausgewertet, bei denen nach EMR im Intervall eine transthorakale Ösophagektomie vorgenommen wurde. Der Prognose dieser Patienten wurde diejenige von 92 Patienten mit resezierten pT1 Ösophaguskarzinomen ohne vorangehende endoskopische Abtragung gegenübergestellt.

Ergebnisse: Die Gründe für die Operation nach EMR waren folgende (Mehrfachnennung möglich): In 60% der Fälle erfolgte eine R1 Resektion, in 60% lag ein Long Barrett Ösophagus vor. Bei weiteren 15% der Patienten bestand ein multifokales Karzinom und in 25% bildeten sich Rezidive aus.

Von den 40 untersuchten Patienten hatten 90% ein ösophageales Adenokarzinom und 10% ein Plattenepithelkarzinom. Bei 87% der Patienten bestand eine Kategorie pN0. Die pT-Kategorie unter Einschluss der primären Bewertung des endoskopischen Präparates war in 50% ein Mukosakarzinom und in 38% ein Submukosakarzinom. Drei Patienten hatten einen pT2 und zwei weitere einen pT3-Tumor (zusammen 12%).

Im anschließenden Ösophagektomiepräparat lag in 27% kein weiterer Tumor mehr vor. In 34% war die Mukosa und in 26% die Submukosa betroffen. Ferner bestand bei 13% der Fälle eine pT2/pT3 Situation.

Die 4-J-ÜLR der Patienten mit EMR und späterer Ösophagektomie betrug 65%, die 4-J-ÜLR derjenigen mit primärer Operation war 93%.

Schlussfolgerung: Bei Ösophagektomie nach endoskopischer Resektion findet sich einerseits kein Tumor mehr, andererseits lassen sich jedoch fortgeschrittene Karzinome nachweisen. Durch letztere erklärt sich bei einer „intention to treat“ Analyse die insgesamt ungünstige Prognose nach endoskopischer Resektion.