Z Gastroenterol 2013; 51 - K399
DOI: 10.1055/s-0033-1353049

Langzeitergebnisse nach Leberresektion bei hepatozellulärem Karzinom mit mikroskopischer und makroskopischer Gefäßinvasion

W Faber 1, M Stockmann 1, T Denecke 2, C Schirmer 1, A Möllerarnd 1, J Kruschke 1, B Sinn 3, E Schott 4, F Klein 1, P Neuhaus 1, D Seehofer 1
  • 1Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Virchow Klinikum, Klinik für Allgemein -, Visceral- und Transplantationschirurgie, Berlin, Germany
  • 2Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Virchow Klinikum, Klinik für Diagnostische und interventionelle Radiologie und Nuklearmedizin, Berlin, Germany
  • 3Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Charité Mitte, Institut für Pathologie, Berlin, Germany
  • 4Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Virchow Klinikum, Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie, Berlin, Germany

Hepatozelluläres Karzinom (HCC) einer der häufigsten Malignome weltweit.

Gefäßinvasion gilt als ein unumstrittener unabhängiger Risikofaktor für ein Tumorrezidiv und Überleben nach Lebertransplantation für HCC. Es gibt jedoch kaum Langzeitergebnisse nach Leberresektion bei HCC mit vaskulärer Invasion bei nicht-asiatischen Patienten. Das Ziel dieser Studie ist es, den langfristigen Verlauf bei Patienten mit gefäßinvasivem HCC mit und ohne Leberzirrhose nach Leberresektion zu analysieren. Darüber hinaus sollten die Unterschiede im langfristigen Verlauf zwischen Mikro-und Makroinvasion analysiert werden.

Von Januar 2000 bis September 2010 wurden 288 Patienten ohne extrahepatische Metastasen einer kurativen Leberresektion unterzogen. In 107 von 288 Patienten (37%) wurde in der postoperativen pathologischen Analyse die vaskuläre Invasion gesichert. Die perioperative Verlauf und die Langzeitergebnisse dieser Patientengruppe wurden retrospektiv analysiert.

Die 1 -, 3 – und 5-Jahres-Überlebensrate betrug 64,3%, 41,4% und 23,9%. Die mediane Überlebenszeit lag bei 19 Monaten (range: 1 bis 132 Monate). In der multivariaten Analyse konnten folgende signifikante Faktoren als signifikant identifiziert werden: Clavien Grad, Lymphgefäßinvasion, die Anzahl der intraoperativ transfundierten Blutkonserven und der FFPs, Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation und präoperativer Bilirubin-Wert. Signifikante Unterschiede zwischen Patienten mit Mikro-und Makroinvasion wurden nicht gefunden.

Im Hinblick auf eine ansonsten schlechte Prognose bei HCC scheint die Behandlung mittels Leberresektion auch für ausgewählte Patienten mit makrovaskulärer Invasion gerechtfertigt zu sein. Obwohl die Gefäßinvasion ein akzeptierter Risikofaktor für das Patientenüberleben bleibt, scheint eine grundsätzliche Ablehnung der chirurgischen Therapie bei Gefäßinvasion nicht gerechtfertigt zu sein.