Z Gastroenterol 2013; 51 - K313
DOI: 10.1055/s-0033-1352963

Langzeitverlauf bei Patienten mit Autoimmuner Hepatitis (AIH)

U Naumann 1, K Stein 1, P Malfertheiner 1
  • 1Universitätsklinik, Magdeburg, Germany

Hintergrund: Die AIH ist eine chronische Erkrankung, die mit Immunsuppression gut kontrolliert werden kann. Es gibt jedoch einen Bericht über eine höhere Langzeit-Mortalität im Vergleich zur Normalbevölkerung (Hoeroldt et al. Gastroenterology 2011).

Methode: Wir analysierten retrospektiv Krankheitsverläufe von 136 aufeinanderfolgenden Patienten (Pat.) mit AIH, die von 1998 bis 2013 in der Universitätsklinik Magdeburg behandelt wurden. 18/136 Pat. mussten ausgeschlossen werden. Leberbiopsien wurden bei 102/118 Patienten bei Diagnose (Diag.) durchgeführt und ein oder zwei Biopsien im Verlauf nach im Median 26 und 96 Monaten (Mo.) nach Diag. bei 33/102 und 11/33 Pat..

Ergebnisse: 118 Pat. (66% Frauen, Medianes Alter bei Diag. 51 Jahre) wurden im Mittel 90 (3 – 420) Mo. nach Diag. beobachtet. Die Remissionsinduktionstherapie mit Prednisolon und Budesonid führte bei 73/80 (91%) und 33/38 (87%) Pat. nach im Median 7 (1 – 20) und 5 (1 – 20) Mo. zur Normalisierung der Transaminasen. Die Remissionserhaltungstherapie basiert bei 75 Pat. auf Azathioprin, bei 6 auf Cellcept, bei 11 auf Budesonid, bei 10 auf Prednisolon und ist aktuell pausiert bei 16 Pat.. Zwei Pat. verstarben, einer an einem Pleuraempyem bei dekompensierter Leberzirrhose und der andere an einem Herzstillstand 3 und 45 Mo. nach Diag.. Bei 13/118 (11%) der AIH-Pat. war das Leber-Fibrose-Stadium (FS) progredient: Dies wurde bei 9/13 Pat. anhand eines progredienten ISHAK-Fibrose-Scores in sequentiellen histologischen Befunden dokumentiert und bei 5/13 Pat. anhand klinischer oder bildgebender Befunde, die zur Diag. einer initial nicht vorliegenden Leberzirrhose mit portaler Hypertension führten (z.B. eine erste Ösophagusvarizenblutung oder der bildgebende Befund einer rekanalisierten v. umbilicalis). Pat. mit progredientem FS waren bei Diag. im Mittel jünger (38 vs. 50 Jahre), zeigten häufiger überlappende Merkmale mit Primär biliärer Zirrhose (31 vs. 7%) und haben im Verlauf häufiger einen oder mehrere Rückfälle erlebt (69 vs. 19%) als AIH-Pat. mit einem unter Immunsuppression stabilen Leberfibrosestadium.

Schlussfolgerung: Das Langzeitüberleben nach Diag. einer AIH ist unter den aktuellen Möglichkeiten der Immunsuppression sehr gut. Bei nur 11% der Pat. ist das Leber-Fibrose-Stadium im Verlauf progredient.