Z Gastroenterol 2013; 51 - K244
DOI: 10.1055/s-0033-1352884

Die endosonographisch gestütze Pankreasgangdrainage (EUPD) nach erfolgloser ERP und symptomatischer Pankreasgangretention

A Reichel 1, F Füldner 1, F Meyer 2, U Will 1
  • 1SRH Waldklinikum Gera, 3. Medizinische Klinik, Gera, Germany
  • 2Universitätsklinikum Magdeburg, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Magdeburg, Germany

Die endoskopische transpapilläre Drainage hat sich als Goldstandard für die Behandlung einer symptomatischen Pankreasgangretention etabliert. In Fällen mit nicht erreichbarer oder sondierbarer Papille stellt die EUPD eine alternative Therapieoption dar.

Methodik: Im Zeitraum von 06/02 – 03/13 wurden 8848 EUS (davon 2030 interventionell [23%]), und 7499 ERCP durchgeführt. Bei 78 Patienten (93 Interventionen) mit einer symptomatischen Retention des Pankreasganges wurde eine EUS-gestütze transgastrische Pankreatikografie nach erfolgloser ERP durchgeführt. Genese: 45% chronische Pankreatitis, 13% Pankreas divisum, 10% Disconnected pancreatic tail-Syndrom (DPTS), 27% Z.n. Operation und V.a. Anastomosenstenose, 5% Fistelbildung.

Ergebnis: Bei allen 78 Patienten gelang die Pankreatikografie, bei 10 Patienten ohne Notwendigkeit einer Drainage (guter Abfluss des Kontrastmittels).

Die klinische Erfolgsrate (Beschwerdebesserung/-freiheit) lag bei 77,9% (53/68). Bei 11 Patienten gelang dies nach alleiniger Fistulotomie, bei 42 Patienten nach Drainage. Bei 20 Patienten erfolgte eine Drainage transpapillär in Rendezvous-Technik (1Metallstent, 19Plastprothesen), bei 22 Patienten transgastrisch (11Metallstents, 11Plastprothesen). Eine Reintervention war bei 15 Patienten erforderlich (Stentdislokation n = 3, -okklusion n = 2, Schmerzen n = 1, technische Probleme n = 9).

Komplikationen: 17,2% (16/93), Blutung n = 5, Perforation n = 1, Stentdislokation n = 1, moderate Pankreatitis n = 4, Abszess n = 3, gedeckte Perforation n = 1, Retentionszyste n = 1, 30-Tage-Mortalität 0%. 1/78 Patienten wurde notfallmäßig nach Perforation operiert. 9/78 Patienten unterzogen sich im Verlauf einer Operation.

Diskussion: Die EUPD ist eine alternative Therapieoption für einhoch selektioniertes Patientengut. Sie stellt eine Erweiterung des therapeutischen Spektrums, insbesondere für symptomatische Pat. mit Unmöglichkeit einer ERP und mit Pankreasgangproblemen nach Operationen dar. Die klinische Erfolgsrate erscheint mit ca. 78% akzeptabel. Bezüglich der Technik gilt es Kriterien zu erarbeiten, die eine Vorhersage erlauben, wann eine alleinige EUS geführte Fistulotomie und wann eine Drainageeinlage erforderlich ist. Die Methode sollte in Zentren mit hoher endosonographisch interventioneller Expertise durchgeführt werden.