PSYCH up2date 2013; 7(05): 301-315
DOI: 10.1055/s-0033-1349479
Neurotische, somatoforme und Belastungsstörungen
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung

Rita Rosner
,
Agnes Nocon
,
Miranda Olff
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Publication History

Publication Date:
06 September 2013 (online)

Kernaussagen

Die Kernsymptomatik der posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) besteht in Symptomen des Wiedererlebens, der Vermeidung und der Übererregung. Die Häufigkeit der PTBS ist interkulturell abhängig von der Häufigkeit und Intensität traumatischer Ereignisse in der entsprechenden Region. Für Mitteleuropa liegen die 12-Monats-Prävalenzen bei 0,7 % (Deutschland) bis 2,4 % (Frankreich), wobei Frauen häufiger als Männer eine PTBS entwickeln. Die anstehenden Revisionen des DSM und der ICD werden die Kriterien leicht verändern.

Bei der PTBS handelt es sich um eine Störung mit chronischem Verlauf und hoher Komorbidität. Es finden sich Hinweise auf eine Reihe von langfristig schwerwiegenden Gesundheitskonsequenzen. Häufig treten Depressionen, andere Angststörungen, Substanzmissbrauch und Suizidalität auf. Die besten Therapieerfolge zeigen sich für unterschiedliche Formen der traumafokussierten Verhaltenstherapie (darunter auch EMDR), wobei erfolgreiche Interventionen im Wesentlichen auf 2 Strategien aufbauen, nämlich der In-sensu-Konfrontation und der kognitiven Neubewertung des traumatischen Ereignisses und seiner Konsequenzen sowie der In-vivo-Konfrontation der Traumatrigger. Die derzeit am besten evaluierten Interventionen sind die kognitive Verarbeitungstherapie (Cognitive Processing Therapy; CPT), die prolongierte Exposition (PE) und die Eye Movement Desensitation and Reprocessing Therapie (EMDR). Für eine Reihe weiterer Interventionen liegen positive Ergebnisse in geringerem Maß vor. Gruppentherapien erscheinen im Vergleich zu Einzeltherapien als weniger wirksam. Psychopharmaka sind nicht das Mittel der Wahl.