Fortschr Röntgenstr 2013; 185 - VO313_8
DOI: 10.1055/s-0033-1346430

Einfluß der Bildrekonstruktion auf die softwarebasierte automatisierte CT- Densitometrie und die Lappensegmentation der Lunge

HD Litzlbauer 1, A Weber 1, S Harth 1, R Moritz 1, G Eichner 2, JM Kuhnigk 3, S Krass 3, HO Peitgen 3, GA Krombach 1
  • 1Universitätsklinikum Giessen, Radiologie, Giessen
  • 2Justus Liebig Universität, Mathematisches Institut, Giessen
  • 3Fraunhofer MEVIS, Bremen

Ziele: Die HRCT ist die Standardbildgebung diffuser Lungenparenchymerkrankungen. Die Bildanalyse erfolgt subjektiv erfahrungsbasiert.

Durch computergestützte Analysen kann die Beurteilung objektiviert werden.

Ziel war, den Einfluß verschiedener Rekonstruktionsparameter auf die automatisierte Analyse zu prüfen. Methode: Niedrigdosis Spiral HRCT von 10 gesunden Patienten wurden mit verschiedenen Kernel (20, 30, 45), unterschiedlicher Schichtdicke (0.75, 1, 1.5, 3 und 5 mm) mit und ohne Überlappung rekonstruiert. Die Lappensegmentation sowie die Bestimmung der Dichtewerte erfolgte automatisiert (MeVisPULMO 3D, Fraunhofer MEVIS, Bremen).

Zusätzlich wurden die Lappen für den Kernel 20 und 45, die Schichtdicke 0.75, 1.5, 3 mm mit Überlappung manuell nachsegmentiert.

Die beste Lappensegmentation gelang manuell für den Kernel 45, Schichtdicke 0.75 bei überlappender Rekonstruktion.

Dieser Datensatz diente als Referenz für die statistische Auswertung.

Ausgewertet wurden die Differenzen zur Referenz durch ein Modell mit gemischten Effekten. Ergebnis: Der Kernel hatte keinen Einfluß auf die gemessenen Indices.

Die Schichtdicke hatte eine hochsignifkanten Einfluß (p<0.0001) auf die Volumenerfassung. Dabei waren die Unterschiede für die Lunge gering (2 bis 26ml für 0.75 bis 5mm).

Bei der automatisierten Bestimmung der Lappengrenzen ergaben sich Unterschiede (Oberlappen 15 bis 340 ml, Mittellappen 18 bis 248 ml, Unterlappen 17 bis 310 ml)

Diese konnten durch die manuelle Nachsegmentation ausgeglichen werden.

Die Überlappung beeinflußte die Lappensegmentation.

Die Differenzen der Dichtewerte waren zu vernachlässigen. Schlussfolgerung: Selbst bei normalen Lungen wird die automatisierte Lappensegmentation von der Schichtdicke beeinflußt. Bei homogenem normalem Parenchym hat die Segmentation keinen Einfluß auf die Dichtewerte.

Die manuelle Nachverarbeitung ermöglicht eine sichere und rasche Korrektur der Lappengrenzen.

Korrespondierender Autor: Litzlbauer HD

Universitätsklinikum Giessen, Radiologie, Klinikstrasse 33, 35392 Giessen

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