Der Klinikarzt 2013; 42(3): 116-121
DOI: 10.1055/s-0033-1345028
Schwerpunkt
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Vorhofflimmern – Die neuen Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie

Update of the ESC-Guidelines Atrial Fibrillation 2012
Bernd-Dieter Gonska
1  St. Vincentius-Kliniken Karlsruhe, Medizinische Klinik III, Kardiologie, Angiologie und Intensivmedizin, Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Freiburg
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Publication Date:
15 April 2013 (online)

Die neuen ESC-Leitlinien tragen der raschen Entwicklung in der Diagnostik und Therapie des Vorhofflimmerns Rechnung. Notwendigerweise aktualisieren sie die Leitpfade. Die neuen oralen Antikoagulantien haben die Therapie revolutioniert und finden Eingang in die Therapieempfehlungen. Die neuen „vorhofspezifischen“ Antiarrhythmika haben ihren festen Platz gefunden – die Effizienz der Pharmakotherapie wird insgesamt jedoch als relativ gering angesehen. Die Katheterablation des paroxysmalen Vorhofflimmerns ist das Mittel der Wahl mit hohem Empfehlungs- und Evidenzgrad. Die Begleittherapie mit ACE-Inhibitoren, Angiotensinrezeptorblockern, Statinen etc. bei entsprechenden Begleitumständen ist gerechtfertigt. Die Katheterablation ist bei paroxysmalem Vorhofflimmern indiziert, bei persistierendem Vorhofflimmern mit Einschränkungen akzeptiert und bei permanentem Vorhofflimmern nicht angebracht. Der Vorhofohrverschluss erweitert die Möglichkeit, thromboembolische Komplikationen zu reduzieren, wird in den Leitlinien jedoch noch mit Zurückhaltung gesehen.

The new ESC-Guidelines summarize the clinical and scientific results in the diagnosis and therapy of atrial fibrillation. The new oral anticoagulants have their place in the prevention of thromboembolic events. The new guidelines confirm the role of antiarrhythmic drugs and especially the new ones like vernakalant and dronedarone. Catheter ablation of atrial fibrillation has proven to be effective in the treatment of paroxysmal AF and has a high level of recommendation and evidence. Pharmacological upstream therapy has its place due to the underlying conditions. The left atrial appendage occluder has been considered with less evidence.