Diabetologie und Stoffwechsel 2013; 8 - P275
DOI: 10.1055/s-0033-1341935

Querschnittsuntersuchung zur Verwendung von Insulinpumpenkathetern bei Kindern und Jugendlichen mit CSII-Therapie

J Pfützner 1, R Lauterborn 2, W Burger 2, AH Pfützner 3, A Pfützner 3, B Zimmer 1
  • 1GPR Klinikum, Rüsselsheim, Germany
  • 2DRK Klinikum Westend, Berlin, Germany
  • 3ikfe GmbH Institut für Klinische Forschung u. Entwicklung, Mainz, Germany

Fragestellung: Die kontinuierliche subkutane Insulininfusion mit Insulinpumpen ist eine attraktive Therapieform bei Kindern und Jugendlichen, mit ansteigenden Verwendungzahlen. Bei dieser Therapie kommen unterschiedliche Arten von Pumpenkathetern zum Einsatz, die regelmäßig gewechselt werden müssen. Ziel dieser Querschnittsuntersuchung war es, Information über den Kathetereinsatz in der täglichen Praxis zu sammeln.

Methodik: Für diese Auswertung konnten die Daten von 80 Kindern und Jugendlichen verwendet werden (35 Mädchen, 45 Jungen, Alter: 10,4 ± 4,0J,, Diabetesdauer: 5,7 ± 3,4J., CSII-Dauer: 3,9 ± 2,1J.). Bei einem Alter von unter 13 Jahren (n = 54) wurde ein standardisierter Fragebogen zur Katheternutzung von den Eltern ausgefüllt, ansonsten von den Jugendlichen selbst (n = 26).

Ergebnisse: Die Teilnehmer verwendeten mehrheitlich Metronic-Pumpen (57,5%, Roche: 38,8%, sonstige: 2,5%) und Teflonkatheter (48,8%, Stahl: 42,5%, beides: 8,8%). Kurzwirksames Analoginsulin kam bei 97,5% zum Einsatz. Als bevorzugte Infusionsstelle wurde die Glutealregion angegeben (43,8%) gefolgt von Bauch (28,8%), Oberschenkel (23,8%), Hüfte (6,3%) und Arm (1,3%). Die Mehrheit der Teilnehmer (70,0%) wechselt beim Katheterwechsel auch die Region und 45% machen dies mit einem festen Rotationsprinzip (S- Methode: 14%, Uhr- Methode: 18%, sonstige Reihenfolge: 19%). Ca. ein Drittel (33,8%) empfindet den Katheterwechsel als schmerzhaft. Die mittlere Tragedauer der Katheter wurde mit 2,9 ± 1,1 Tage ermittelt (1 Tag: 1,3%, 2 Tage: 18,8%, 3 Tage: 55,0%, 4 Tage: 12,5%, 5 Tage: 6,3%). Als häufigste Ursachen für einen vorzeitigen Katheterwechsel wurden von 56,3% der Teilnehmer „Verstopfung“ und von 53,8% eine ungenügende Insulinwirkung auf den Blutzucker genannt. Weitere gelegentlich bis oft auftretende Störungen sind Hautreizungen (33,8%), Schmerzen (32,5%), versehentliches Herausrutschen (31,3%) und Knicke in der Katheterspitze (30,0%). Patienten mit einer Tragedauer von 3 oder weniger Tagen berichteten weniger Störungen als Patienten mit längerer Tragedauer (z.B. weniger Insulinwirkung: 50% vs. 80% oder Entzündungen: 15% vs. 40%).

Schlussfolgerungen: Die überwiegende Mehrheit (ca. 4/5) der Teilnehmer an dieser Querschnittsuntersuchung verwendet im Alltag die Pumpenkatheter für den empfohlenen Zeitraum von maximal 3 Tagen. Sie berichteten dabei über weniger Probleme mit den Kathetern als Patienten mit längerer Tragedauer.