Diabetologie und Stoffwechsel 2013; 8 - P255
DOI: 10.1055/s-0033-1341915

Verträglichkeit von Dapagliflozin in klinischen Studien zu Typ-2-Diabetes mellitus

S Parikh 1, K Johnsson 2, A Ptaszynska 3, A Apanovitch 4, J Sugg 1, J List 3
  • 1AstraZeneca, Wilmington, United States
  • 2AstraZeneca, Mölndal, Sweden
  • 3Bristol Myers Squibb, Princeton, United States
  • 4Bristol-Myers Squibb, Pennington, United States

Hintergrund und Ziele: Der Natrium-Glukose-Cotransport (SGLT2)-Inhibitor Dapagliflozin (DAPA) führt durch eine erhöhte Glukoseausscheidung über die Nieren zu einer insulinunabhängigen Verringerung von Hyperglykämie und ist somit eine mögliche Behandlungsoption bei Patienten mit T2DM. Das Ziel der vorliegenden Analyse war die Bewertung der Verträglichkeit des Arzneimittels im gesamten klinischen Entwicklungsprogramm zu DAPA.

Material und Methode: Zur Bewertung der Gesamtverträglichkeit der Behandlung wurden die Daten aus 12 doppelblinden, plazebokontrollierten Kurzzeitstudien der Phase 2b/3 an insgesamt 4684 Patienten gepoolt. Zur Untersuchung seltener Ereignisse wurde eine aktualisierte Datenbank mit 19 Studien verwendet (8685 Patienten).

Ergebnisse: Unter DAPA kam es zu etwas mehr unerwünschten Ereignissen (UE) als unter Plazebo (PLA). Die Rate schwerwiegender oder zum Studienabbruch führender UEs war in allen Gruppen ausgeglichen. Im Vergleich zu PLA kam es unter DAPA häufiger zu Hypoglykämien, wenn DAPA in Kombination mit Sulfonylharnstoff oder Insulin gegeben wurde. Genitalinfektionen traten unter DAPA häufiger auf als unter PLA. Die mittlere Veränderung des systolischen/diastolischen RR lag unter DAPA bei -4,0/-2,0, vs. -0,9/-0,5 mmHg unter PLA, gemessene orthostatische Hypotonie war nicht erhöht. UE durch einen Volumenverlust wurden unter DAPA bei 0,6 – 1,2% und unter PLA bei 0,4% der Patienten beobachtet. UE durch Nierenfunktionsstörungen traten in allen Gruppen ungefähr gleich häufig auf (0,9 – 1,4% unter DAPA vs. 0,9% unter PLA). Die Inzidenzrate pro 100 Patientenjahre für maligne und unspezifische Tumoren war bei DAPA (1,39) im Vergleich zur Kontrollbehandlung (1,34) ähnlich. Die Inzidenzrate für Blasenkrebs betrug für DAPA 0,15 und für die Kontrollbehandlung 0,03. Die Differenz der Inzidenzraten (IR) lag somit bei 0,117 (95-%-KI: -0,171, 0,367). Die Inzidenzrate für Brustkrebs war 0,37 im Vergleich zu 0,22, d.h. eine IR-Differenz von 0,228 (95-%-KI: -0,537, 0,806). 7 von 10 Blasenkrebspatienten stellten bei oder vor Baseline eine Hämaturie fest. Alle Fälle von Brustkrebs wurden im ersten Jahr nach dem Beginn der Studien diagnostiziert. Nichtklinische DAPA-Daten gaben keinen Hinweis auf ein karzinogenes Potenzial. SGLT2 wird ausschließlich in den Nieren exprimiert, nicht im menschlichen Brust- oder Blasengewebe. Die HR für kardiovaskuläre Todesfälle, MI, Schlaganfälle oder Krankenhausaufenthalte aufgrund einer instabilen Angina pectoris lag für DAPA-Patienten im Vergleich zu Kontrollpatienten bei 0,82 (95-%-KI: 0,583, 1,152). Tendenzen in Bezug auf kardiovaskuläre Ereignisse und spezifische Malignome werden in einer randomisierten Studie zu kardiovaskulären Endpunkten sowie ergänzenden Beobachtungsstudien weiter untersucht.

Schlussfolgerung: Basierend auf umfassenden Daten aus Phase-2b/3-Studien an mehr als 4500 Patienten mit T2DM wurde für DAPA ein akzeptables Verträglichkeitssprofil festgestellt.