Z Phytother 2013; 34 - P24
DOI: 10.1055/s-0033-1338226

Extrakte aus Griechischem Bergtee hemmen die Wiederaufnahme von Neurotransmittern

B Feistel 1, K Appel 2
  • 1Finzelberg GmbH & Co. KG, Entwicklung, Koblenzer Str. 48 – 56, 56626 Andernach
  • 2VivaCell Biotechnology GmbH, Ferdinand-Porsche-Str. 5, 79211 Denzlingen

Die oberirdischen Teile des Griechischen Bergtees (Herba Sideritis scardica) haben im Europäischen Kulturkreis eine lange Tradition als coffeinfreier Tee zur Entspannung [1]. Der Begriff Bergtee wurde jedoch historisch in verschiedenen Regionen parallel benutzt, wobei unterschiedliche Sideritis-Arten eingesetzt wurden. 2010 wurden diese Arten erstmals systematisch in einer pharmakologischen Prüfung anhand eines Serotonin-reuptake Modells in vitro verglichen [2]. Danach erwies sich unter Tee-analogen, wässrigen Extrakten die Art Sideritis scardica Griseb. am wirksamsten. Diese Daten konnten 2012 sowohl für einen rein wässrigen als auch einen rein methanolischen Extrakt aus S.-scardica-Tee aus dem Fachhandel bestätigt werden [3].

Aufgabe der vorliegenden Arbeit war es, basierend auf einer kommerziell verfügbaren Drogencharge aus Anbau (Lieferant Martin Bauer GmbH, Alveslohe), den Einfluss verschiedener Extraktionsmittel auf pharmakologische Aktivität zu testen. Zur Extraktion wurde die getrocknete, oberirdische Ware in ca. 1 cm Teilstücke geschnitten und mittels Perkolation extrahiert. Die Lösemittel waren gereinigtes Wasser, EtOH 20% V/V, EtOH 40% V/V und EtOH 60% V/V.

Die Effekte der Extrakte hinsichtlich der Hemmung der Wiederaufnahme von Serotonin, Dopamin und Noradrenalin wurde an Synaptosomen von Ratten untersucht. Alle Testextrakte inhibieren die Aufnahme der 3 Neurotransmitter dosisabhängig. Mit steigender Lipophilie des Auszugsmittels (EtOH 60% V/V > EtOH 40% V/V > EtOH 20% V/V > Wasser) konnten sinkende IC50-Werte bestimmt werden. Beispielsweise ergaben sich für den EtOH 60% V/V Extrakt folgende IC50-Werte: Serotonin 60 µg/ml, Dopamin 21 µg/ml und Noradrenalin 16 µg/ml. Für Wasser als Extraktionsmittel konnten um den Faktor 3 – 6höhere IC50-Werte gemessen werden. Die Ergebnisse bestätigen den wichtigen Einfluss des Auszugsmittels.

Die insgesamt sehr gute Inhibierung der Wiederaufnahme von Neurotransmittern bestätigt erneut das ausgezeichnete Potenzial von Extrakten aus Sideritis scardica und rückt eine Anwendung bei Krankheiten – z.B. Depression, ADHS oder mentaler Beeinträchtigung – in den zukünftigen Fokus.

Literatur:

[1] Österreichisches Lebensmittelbuch, IV. Aufl. Codexkapitel Tee und teeähnliche Erzeugnisse. BMGFJ -75219/0012-IV/B/7/2007 vom 20.07.2007

[2] Walbroel B, Feistel B. Greek mountain tea – an herbal drug for mental enhancement [Poster P592]. Planta Med 2010; 76: 1345

[3] Knörle R. J Neural Transm 2012; 119: 1477 – 1482