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DOI: 10.1055/s-0033-1336795
Eine Multicenter Studie über die kardiotoxische Sicherheit und Effektivität der neoadjuvanten Therapie mit liposomalem Doxorubicin (Myocet®), Docetaxel (Taxotere®) und Trastuzumab (Herceptin®) bei Patieninnen mit HER2-positivem Mammakarzinom
Fragestellung:
Die neoadjuvante Therapie ist die bevorzugte Therapie bei Patientinnen mit fortgeschrittenem Mammakarzinom. Wenige Studien konnten zeigen, dass die Kombination liposomales Doxorubicin mit Trastuzumab die Rate der kompletten Remissionen erhöhte, jedoch ist die Kardiotoxizität dieser neoadjuvanten Chemotherapie mit Trastuzumab noch weitgehend unbekannt.
Das Ziel dieser retrospektiven Studie bestand darin, die kardiale Sicherheit und die Wirksamkeit (pCR = pathological complete response) der neoadjuvanten Chemotherapie bestehend aus liposomalem Doxorubicin, Docetaxel und Trastuzumab aufzuzeigen. Weiteres sollten prädiktive Faktoren für das Erreichen einer pCR analysiert werden.
Methode: In dieser Studie wurden Daten von insgesamt 84 Patientinnen mit stanzbioptisch gesichertem Mammakarzinom und HER2 Überexpression aus 3 verschiedenen Tumorzentren in Österreich inkludiert. Vor Beginn der neoadjuvanten Kombinationstherapie mit liposomales Doxorubicin (60 mg/m2, oder 50 mg/m2) Docetaxel (75 mg/m2) und Trastuzumab (8 mg/kg 1. Zyklus und 6 mg/kg ab 2. Zyklus) wurde die LVEF (left ventricular ejection fraction) ermittelt. Patientinnen mit einer LVEF> 50% konnten in diese Studie eingeschlossen werden. Das klinische Ansprechen wurde mittels bildgebender Diagnostik nach dem 3. Zyklus der Therapie sowie nach Abschluss der Therapie evaluiert. Die kardiale Funktion wurde anhand der LVEF ermittelt und in regelmäßigen Abständen (Zeitpunkt 0 – 3Zyklen-6Zyklen-follow up) überprüft. Alle Patientinnen wurden nach Abschluss der neoadjuvanten Therapie operiert.
Konnten im OP Präparat keine vitalen Tumorzellen mehr nachgewiesen werden, so wurde dies als pathological complete response gewertet. Der mediane Beobachtungszeitraum der Patientinnen betrug 2,4 Jahre.
Ergebnisse: Insgesamt konnten 84 Patientinnen in diese Studie eingeschlossen werden. Das mediane Alter betrug 50 Jahre. Bereits im Zwischenstaging zeigten 13 Patientinnen (11%) bildgebend eine komplette Remission. Nach abgeschlossener Chemotherapie konnte bei 39 Patientinnen (33%) histologisch eine pCR beobachtet werden. Bezüglich kardialer Toxizität konnte in der rezenten Echokardiografie nur bei einer Patientin (1%) eine asymptomatische LVEF unter 45% diagnostiziert werden. Alle anderen Patientinnen blieben mit ihrer linksventrikulären Auswurfsfraktion über 50% und somit im klinisch unauffälligen Bereich.
Der negative Hormonrezeptorstatus konnte als prädiktiver Faktor für das Ansprechen auf die Therapie gezeigt werden. Die pCR Rate in der ER-/PR-Kohorte betrug 24% bzw. 27% und in der ER positiv und/oder PR positiv Kohorte 8% bzw. 5%. (p < 0,001). Hingegen gab es keine Assoziation zwischen KI 67 und pCR.
Schlussfolgerung: In dieser retrospektiven Multicenter Studie konnten wir die kardiale Sicherheit der Kombination Myocet/Taxotere/Herceptin belegen. Der konkomitante Einsatz von liposomalem Doxorubicin, Docetaxel und Trastuzumab Therapie ergab exzellente Raten an pCR. Das Ansprechen auf diese Therapie war bei Hormonrezeptor-negativen Tumoren außerodentlich gut.