Pneumologie 2013; 67 - V49
DOI: 10.1055/s-0033-1334665

Assoziation zwischen dem Ausmaß einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung und Zeichen einer subklinischen Atherosklerose

EC Börner 1, M Thompson 1, S Bozinovski 2, M Bauer 3, M Hew 1, L Irving 1
  • 1Pneumologie, Essen
  • 2Pharmokologie
  • 3Kardiologie

Einleitung:

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) zählt weltweit zu den führenden Todesursachen. Bisherige epidemiologische Studien haben eine enge Assoziation mit dem Auftreten einer Atherosklerose gezeigt. Daten über einen Zusammenhang zwischen dem Ausmaß einer COPD und Zeichen einer subklinischen Atherosklerose sind jedoch uneinheitlich.

Methodik:

Wir präsentieren Daten von 29 COPD-Patienten (n = 14 Männer) im Alter zwischen 56 und 86 Jahren, die zwischen Januar und Dezember 2010 in unserer Klinik vorstellig wurden. Die subklinische Atherosklerose wurde mittels Messung der karotidalen Intima-Media-Dicke (CIMT), die jeweils beidseits an Arteria carotis communis (20 – 60 mm proximal des Bulbus) und Karotisbulbus (0 – 20 mm proximal des Bulbus) mit einem 8-MHz-Schallkopf dargestellt wurde, unter Verwendung einer semiautomatischen Messsoftware (SonoSite) quantifiziert. CIMT-Werte > 0,9 mm wurden als pathologisch definiert. Pulmonale Exazerbationen wurden gemäß den Schweregraden der American Thoracic Society (ATS) eingeteilt. Das Ausmaß einer systemischen Entzündung wurde durch laborchemische Marker (C-reaktives Protein, Serum-Amyloid A, Interleukin-6) bestimmt. Die Evaluation der Lungenfunktion erfolgte mittels Spirometrie und 6-Minuten Gehtest.

Ergebnisse:

CIMT-Werte > 0,9% wurden bei 10 Patienten (= 34,5%, 60% Männer) beobachtet. In der univariaten Analyse korrelierte eine Zunahme der COPD-Schwere nicht mit einer CIMT-Zunahme. Die Korrelation zwischen mäßiger COPD-Exazerbation und einer CIMT-Zunahme war signifikant (Odds Ratio 2,63; p > 0,05), jedoch nicht in multivariaten Analysen.

Patienten mit erhöhter CIMT (> 0,9 mm) zeigten keine signifikant erhöhten Entzündungszeichen im Vergleich zu Patienten mit normwertiger CIMT (< 0,9 mm). Ein möglicher Cofounder für eine CIMT-Zunahme war das Lebensalter (Altersmedian CIMT< 0,9: 71,0 Jahre versus CIMT> 0,9: 80,5 Jahre).

Schlussfolgerung:

Die aktuellen Studienergebnisse zeigen keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen einem CIMT-Anstieg und dem Ausmaß einer COPD. Dies ist durch die limitierte Fallzahl erklärbar und sollte in großen populationsbasierten Studien untersucht werden.