ZWR 2012; 121(12): 618-623
DOI: 10.1055/s-0033-1333557
Fortbildung
Umweltzahnmedizin / Parodontologie
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Die Immunpathogenese der Parodontitis – Heutiges Wissen ermöglicht neue diagnostische und therapeutische Wege bei Problempatienten

S Schütt
,
V von Baehr
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Publication Date:
03 January 2013 (online)

Das Verständnis um die Pathogenese der Parodontitis hat sich in den letzten 15 Jahren deutlich gewandelt. In der Vergangenheit ging man von einem rein mikrobiologischen und daher eher infektiologischem Geschehen aus (Plaquehypothese). Heute weiß man, dass die Parodontitis als chronisch entzündliche Erkrankung in ihrer Entstehung und Progression multifaktoriell bedingt und dass die Immunantwort des Organismus die entscheidende Stellgröße für die Krankheitsentstehung ist. Auch wenn die Plaquebildung neben exogenen Risikofaktoren wie Rauchen, Stress und mangelnder Mundhygiene weiterhin den wichtigsten Kausalfaktor darstellt, ist die individuelle Entzündungsantwort eines Patienten entscheidend dafür, welche Folgen dieser auslösende Reiz (Biofilm) für den Krankheitsprozess hat. Im vorliegenden Artikel sollen die genannten Kausalfaktoren, ihre labordiagnostischen Nachweisverfahren und die sich aus der Diagnostik ergebenden Therapieoptionen vorgestellt werden.