Fortschr Röntgenstr 2012; 184 - A16
DOI: 10.1055/s-0032-1326815

MRT des Thorax zur präoperativen Abklärung einer Trichterbrust

N Tietze 1, K Laudemann 1, D Wagner 1, A Kesseler 1, S Turial 1, G Staatz 1
  • 1Sektion Kinderradiologie, Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Universitätsmedizin Mainz

Hintergrund: Die Trichterbrust ist die häufigste kongenitale Deformität der Brustwand und kann nicht nur kosmetisch störend sein, sondern auch zu funktionellen Beeinträchtigungen führen. Für die präoperative Diagnostik wird häufig ein CT-Thorax mit Bestimmung des Haller-Index durchgeführt, aus Strahlenschutzgründen ist jedoch ein MRT des Thorax für diese Diagnostik vorzuziehen.

Ziel: Evaluierung der Kernspintomografie für die präoperative Abklärung einer Trichterbrust mit Bestimmung der morphologischen Veränderungen und Quantifizierung des Ausprägungsgrades der Trichterbrust mittels Haller-Index.

Methoden: In einem Zeitraum von 1 Jahr (7/11–6/12) wurden 26 Patienten (4w/22m, mit einem Median von 16 Jahren (Altersspanne 14–37J.) mittels MRT untersucht und damit die funktionellen Beeinträchtigungen morphologisch sowie quantitativ mittels Haller-Index (HI) dargestellt. Als Sequenzen wurden standardmäßig T1-VIBE, T2-TRUFI in freier Atmung und T2-HASTE-Sequenzen in allen 3 Raumrichtungen eingesetzt, zusätzlich erfolgten transversale T2-HASTE Sequenzen in In- und Exspiration.

Ergebnisse: Die morphologische Darstellung der Thoraxwandveränderungen zeigte bei 10 Patienten eine symmetrische Trichterbrust. 16 Patienten wiesen eine asymmetrische Einsenkung der Rippen mit trichterförmiger Delle und konsekutivem Einsenken des Brustbeins auf, bei 3 Patienten lag zusätzlich eine Kombination mit einer Kielbrust vor. Das Knorpel- und Knochensignal stellt sich in allen Fällen unauffällig dar. Bei 10 Patienten mit starker Thoraxdeformität kam es zu einer Kompression hauptsächlich des rechten Herzanteils, sowie des linken Leberlappens. Der inspiratorisch bestimmte HI zeigte konstant niedrigere Werte als der in Exspiration bestimmte HI.

Schlussfolgerung: Die MRT des Thorax ist sehr gut geeignet um den präoperativen Status bei Trichterbrustpatienten zu erheben. Neben der exakten morphologischen Darstellung kann ohne Strahlenbelastung der Haller-Index in In- und Exspiration zur Quantifizierung der Trichterbrustdeformität ermittelt werden.