Radiologie up2date 2012; 12(04): 339-355
DOI: 10.1055/s-0032-1325948
Neuroradiologie
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

MR-Neurografie – Bildgebung des peripheren Nervensystems

Magnetic resonance neurography – imaging of peripheral nerves
P. Eppenberger
,
A. Chhabra
,
G. Andreisek
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Publication History

Publication Date:
04 December 2012 (online)

Zusammenfassung

Die Magnetresonanzneurografie (MRN) ist ein nicht invasives Untersuchungsverfahren mittels hochauflösender Magnetresonanztomografie (MRT) zur präzisen Diagnostik von Pathologien des peripheren Nervensystems und deren zugrunde liegenden Ätiologien. Bereits jetzt wird die anatomische MRN auf breiter Basis zur Diagnostik einer Vielzahl von Erkrankungen des Nervensystems verwendet. Ebenso sind Verlaufskontrollen von Degenerations- und Regenerationsprozessen möglich. Dieser Artikel stellt neue, sowohl derzeit bereits verwendete als auch in Entwicklung stehende MRN-Technologien sowie deren klinische Anwendung und zukünftiges Potenzial als nicht invasive Methoden zur Abklärung von Störungen des peripheren Nervensystems vor.

Abstract

Magnetic resonance neurography (MRN) is a non-invasive technique using magnetic resonance imaging (MRI) in order to diagnose peripheral nerve pathologies and their underlying etiologies. MRN is already in clinical use and is now mostly used to delineate the anatomy of nerves and to establish the continuity or discontinuity of nerves in patients with traumatic nerve injuries, as well as to monitor processes of peripheral nerve degeneration and regeneration. This article reviews established and evolving novel MRN technologies with regard to their potential to meet the requirements for non-invasive imaging of peripheral nerves in clinical settings.

Kernaussagen
  • Zur Beurteilung peripherer Neuropathien und Nervenverletzungen werden z. Zt. außer der klinischen Untersuchung am häufigsten die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit, die Elektromyografie (EMG) und die quantitative Sensibilitätsprüfung eingesetzt. Die diagnostische Lücke, die durch deren Einschränkungen entsteht, kann die MRN füllen. Unter Einsatz der neuesten MR-Techniken können die Anatomie und Pathologie der peripheren Nerven qualitativ hochwertig dargestellt werden.

  • Darüber hinaus ist der Ultraschall eine weitere wichtige Methode zur Untersuchung peripherer Nerven, weil er es erlaubt, normale und pathologische Nerven dynamisch zu untersuchen. Er hat damit auch gegenüber der MRN ein Alleinstellungsmerkmal.

  • Bei der MRN sind hochaufgelöste T1w Bilder optimal, um feine anatomische Details wie die faszikulären Nervenstrukturen darzustellen. Hochaufgelöste T2w Sequenzen sind dagegen geeignet, um Schädigungen der Nerven selbst darzustellen. Zu beachten ist jedoch der „magic angle effect“, der auch bei einem gesunden Nerv ein hyperintenses Signal hervorrufen kann.

  • Zu den weiteren Entwicklungen der kommenden Jahre gehören sicher der Einsatz hochauflösender 3D- und Diffusionsbildgebung sowie nervenspezifischer MR-Kontrastmittel und die molekulare Bildgebung. MR-gesteuerten Interventionen wird wachsendes Interesse entgegengebracht.