Zahnmedizin up2date 2013; 7(5): 409-425
DOI: 10.1055/s-0032-1325091
Prothetik
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Cerec-Verfahren Update

Sven Reich
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Publication Date:
08 October 2013 (online)

Einleitung

„Was geht mich das an? Bei mir funktioniert doch alles reibungslos auf konventionellem Weg – der Workflow von der Abformung über die Zusammenarbeit mit meinem Labor bis hin zum Einsetzen mit dem Praxisteam läuft doch gut! Warum soll ich mich mit digitaler Zahnheilkunde beschäftigen? Noch dazu mit einem einzigen System?“

Noch überwiegen in der Zahnheilkunde die konventionellen Verfahren, für die Diagnostik über die Planung bis hin zur Versorgung der Patienten. Jedoch ist es nur eine Frage der Zeit, dass sie wie in anderen Bereichen des täglichen Lebens von den digitalen Verfahren verdrängt werden. Für den Einzelnen ist die Frage nicht ob, sondern wann die Zeit gekommen ist, digitale Anwendungen in der Praxis zu etablieren. Dabei stellt das Cerec-Verfahren selbstverständlich nur eine von mehreren Möglichkeiten dar. Es spiegelt jedoch gut die verschiedenen aktuellen Entwicklungen der digitalen Zahnheilkunde in Diagnostik, Planung und Therapie wider.

Ursprünglich wurde das Cerec-Verfahren Ende der 1980er-Jahre mit nur einem Ziel entwickelt, nämlich dem Patienten formhaltigen indirekten Zahnersatz in einer Behandlungssitzung als Behandlungsalternative zu Amalgam anzubieten. Unter „Formhaltigkeit“ ist zu verstehen, dass die Kontur des jeweiligen Einzelzahnersatzes bereits vor dem Eingliedern ein vorhersehbares anatomisches Ergebnis ermöglicht. Dies beinhaltete damals vor allem die Gestaltung der Außenkontur, insbesondere der Approximalkontakte. Mittlerweile hat sich das Cerec-Verfahren weit über den Zweck einer „Inlay-Maschine“ hinaus entwickelt. Der Hersteller (Sirona, Bensheim) bietet zurzeit (Stand IDS 2013) drei verschiedene intraorale optische Abformsysteme an, zwei verschiedene Konstruktionssoftware-Anwendungen (Cerec SW 4.2 und inLab 4.2) und dazu verschiedene Schleifeinheiten. Im vorliegenden Artikel sollen die verschiedenen Komponenten, die Indikationen, die klinischen Standardapplikationen und ihr Zeitaufwand betrachtet werden.