Frauenheilkunde up2date 2012; 6(5): 329-344
DOI: 10.1055/s-0032-1324848
Geburtshilfe und Perinatalmedizin
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Erstversorgung Neugeborener

Mod. nach Erstpublikaton Pädiatrie up2date 2009; 2: 123 – 140
S. Pilgrim
,
M. Stocker
,
T. M. Berger
Further Information

Publication History

Publication Date:
18 October 2012 (online)

Kernaussagen

Voraussetzung für eine fachgerechte Reanimation des Neugeborenen sind Kenntnisse der physiologischen Vorgänge der normalen Adaptation:

  • Resorption der fetalen Lungenflüssigkeit während der Geburt unter der Einwirkung von fetalen Stresshormonen

  • Einsetzen einer suffizienten Spontanatmung

  • Umstellen vom fetalen zum neonatalen Kreislauf

Die wichtigste Maßnahme bei der Reanimation von Neugeborenen ist eine erfolgreiche Atemunterstützung. Die meisten Neugeborenen können mit einem Beatmungsbeutel über eine Maske beatmet werden. Termingeborene sollen primär mit Raumluft beatmet werden. Ein promptes Ansteigen der Herzfrequenz und der präduktalen tcSaO2 weisen auf eine adäquate Atemunterstützung hin. Sekundäre Reanimationsmaßnahmen wie Intubation, Herzmassage und medikamentöse Reanimation sind nur selten notwendig.

Nach einer erfolgreichen Reanimation sollten die Neugeborenen zumindest vorübergehend überwacht und monitorisiert werden, um sicherzustellen, dass sich Atmung und Kreislaufverhältnisse definitiv stabilisiert haben.

Da Resultate mehrerer randomisierter Studien einen neuroprotektiven Effekt einer therapeutischen Hypothermie bei asphyktischen Neugeborenen mit mittelschwerer bis schwerer hypoxisch-ischämischer Enzephalopathie nachgewiesen haben, sollte diese Therapieform in ausgewählten Fällen in Betracht gezogen werden.