Frauenheilkunde up2date 2012; 6(5): 285-303
DOI: 10.1055/s-0032-1324837
Geburtshilfe und Perinatalmedizin
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Gestationsdiabetes – praktische Umsetzung der neuen Leitlinie

W. Hunger-Battefeld
,
T. Groten
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Publication Date:
08 October 2012 (online)

Kernaussagen

Der Gestationsdiabetes (GDM) gehört in Deutschland zu einer der häufigsten Schwangerschaftskomplikationen. Ein unentdeckt gebliebener GDM ist ein schwer kalkulierbares Risiko bezüglich einer diabetesassoziierten fetalen und mütterlichen Morbidität. Bei rechtzeitiger Diagnosesicherung und zeitnaher Einleitung einer Therapie kann das Risiko für Mutter und Kind minimiert werden.

Der geeignete Diagnosezeitpunkt für Schwangere ohne Risikohinweis liegt zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche, bei Auffälligkeiten in der Anamnese bereits früher.

Ein pathologischer 50-g-Glukose-Screeningtest, der zu jeder Tageszeit unabhängig vom Nüchternstatus durchgeführt werden kann, muss durch einen oralen Glukosetoleranztest mit 75 g Glukose bestätigt werden. Ziel der Behandlung ist die Prävention einer perinatalen Morbidität.

Eine optimale Betreuung diabetischer Schwangerer ist nur in enger Zusammenarbeit von Diabetologen und Gynäkologen möglich.

Langfristig haben Frauen nach GDM ein beträchtliches Risiko für die Entwicklung eines Diabetes mellitus Typ 2 und diabetesassoziierter Erkrankungen, sodass die Diagnose eines GDM die Gelegenheit zur Prävention und Früherkennung für diese Frauen bietet.