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DOI: 10.1055/s-0032-1323076
Umgang mit Sterben, Tod und Trauer. Ein Konzept für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 9 bis 13
Fragestellung: Jugendliche haben oft Schwierigkeiten im Umgang mit Sterben, Tod und Trauer. Daher wurde zu diesem Thema ein Projektunterricht für Oberstufenschüler (Jahrgangsstufen 9 bis 13) entwickelt. Dieses Pilotprojekt soll aufzeigen, ob Schüler und ihre Lehrer sich auf eine Auseinandersetzung mit Sterben und Tod einlassen und ob sie davon profitieren.
Methode: Der Projektunterricht wurde von Juni 2010 bis April 2012 von einer Kinder- und Jugendtrauerbegleiterin und einer geschulten ehrenamtlichen Mitarbeiterin des Zentrums an fünf Schultypen (Haupt-, Förder-, Realschule, Berufskolleg, zwei Gymnasien) durchgeführt. An dem Projekttag mit Vorträgen, Diskussionen, Kreativarbeit und Rollenspielen nahmen 201 Schülerinnen und Schüler aus insgesamt 10 Klassen teil. Zwei Wochen vor Beginn und unmittelbar nach jedem Projekttag teilten die Schüler ihre Meinung dazu in anonymen Fragebögen schriftlich mit.
Ergebnisse: Im Vorabfragebogen zeigten 47% der Befragten sehr großes bis großes Interesse an dem Projektunterricht, 83% hatten keine Befürchtungen, das Thema zu behandeln. 86% verfügten bereits über eigene Erfahrungen mit Trauerfällen. Die Auswertung der Feedbackfragebögen ergab eine sehr gute und gute Bewertung des Projektunterrichts von 85% der Jugendlichen. 98% waren sehr zufrieden bis zufrieden, 93% beurteilten die Schule als einen geeigneten Ort, um dieses Thema zu bearbeiten. 79% gaben an, sich sehr gut bis gut unbefangen zu dem Thema äußern zu können. 94% würden den Projekttag weiterempfehlen. Als besonders entlastend wurden in den mündlichen Feedbackgesprächen zuvor nicht bekannte Informationen über Palliativ- und Hospizarbeit empfunden.
Schlussfolgerung: Obwohl die Jugendlichen vor dem Projektunterricht nur mittleres Interesse zeigten, waren fast alle nach der Durchführung sehr zufrieden und beurteilten die Schule als den richtigen Ort für eine unbefangene Auseinandersetzung mit diesem Thema.
Gefördert vom Deutschen Hospiz- und PalliativVerband e.V.