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DOI: 10.1055/s-0032-1323014
Schnittstellenevaluation stationärer und ambulanter Palliativversorgung
Fragestellung: Die Bedeutung einer umfassenden Versorgung von Palliativpatienten wurde durch die seit 2010 bestehende gesetzliche Regelung in Deutschland hervorgehoben. Bei der Palliativbetreuung stellt die Schnittstelle zwischen stationärer und ambulanter Versorgung einen möglichen Reibungspunkt dar, der für Patienten, Angehörige und Betreuungsteams mit erheblichen Belastungen einhergehen kann. In der vorliegenden Arbeit wurde deshalb untersucht, inwieweit Symptome und Maßnahmen im Verlauf der stationären und ambulanten Palliativversorgung, insbesondere beim Übergang von der Klinik in die häusliche Umgebung eingeschätzt und genutzt werden.
Methodik: Im Zeitraum von April 2011 bis März 2012 wurden von 60 Patienten zu 5 Messzeiten auf Grundlage persönlicher Interviews oder aus der Datenbank des Palliativnetzes Bochum e.V. Daten erhoben (Diagnosen, Patientenverfügungen, Vorsorgevollmachten, Medikation, Symptomscore [orientierend am HOPE©2011 Basisbogen], Inanspruchnahme von Ressourcen).
Ergebnis: Die Symptomkontrolle bei Patienten, die von der stationären in die ambulante Palliativversorgung überführt werden, zeigt unterschiedliche Verläufe. In der Schmerzkontrolle finden sich nur geringe Unterschiede mit einem akzeptablen Zielniveau (Median 3). Gleichzeitig ist eine erhebliche Umstellung der Schmerzmedikation wahrzunehmen, welche mit einer Intensivierung der Opiate (WHO III) einhergeht.
Schlussfolgerung: Die Verlaufserfassung qualitätssichernder Parameter auf der Grundlage der genutzten Dokumentationsinstrumentarien ist möglich und informativ. Im Verlauf sind Symptome wie Schmerz, Erbrechen oder Obstipation im Schnitt annähernd zufriedenstellend kontrolliert, andere Dimensionen, insbesondere Depressivität, werden im Verlauf schlechter und bedürfen einer Optimierung der Vorgehensweisen. Die teilweise erhebliche Änderung der Medikation unterstreicht die Notwendigkeit der intensiven Betreuung und kontinuierlichen Rückkopplung durch ein professionelles Betreuungsteam.