Physikalische Medizin, Rehabilitationsmedizin, Kurortmedizin 2012; 22 - A73
DOI: 10.1055/s-0032-1322873

Ergebnisse der multimodalen Kopfschmerztherapie

P Storch 1
  • 1Klinik für Neurologie, Universitätsklinik Jena

Primäre Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Volkskrankheiten und haben eine erhebliche sozioökonomische Relevanz. Seit Einführung der Integrierten Gesundheitsversorgung (IV) haben sich in Deutschland an verschiedenen Standorten sektorenübergreifende ambulante, teilstationäre und stationäre IV-Behandlungsangebote für Kopfschmerzpatienten etabliert. Ziel des Vortrages ist es, die bisherigen Behandlungsergebnisse dieser multimodalen Kopfschmerztherapie vorzustellen. Durch Auswertung der Krankheitsverläufe von Kopfschmerzpatienten, die im Rahmen der IV im Kopfschmerzzentrum der Universitätsklinik Jena behandelt wurden, kann die Wirksamkeit dieser Therapie belegt werden. Diese Behandlung besteht je nach Häufigkeit und Chronifizierung der Schmerzen aus einer ambulanten oder einer 5-tägigen tagesklinischen Therapie. Ambulant findet eine ärztliche, psychologische und physiotherapeutische Untersuchung und Therapieempfehlung statt. Die teilstationäre Behandlung besteht aus medizinischer Schulung, Psychoedukation, Trainingstherapie, Krankengymnastik und dem Erlernen eines Entspannungsverfahrens. Die Weiterbehandlung der Patienten erfolgt wohnortnah bei niedergelassenen Schmerztherapeuten. Nach 3, 6 und 12 Monaten erfolgt eine Nachkontrolle des Behandlungsergebnisses mittels Fragebögen. Die Patienten litten überwiegend an Migräne oder Spannungskopfschmerzen. Die durchschnittliche Anzahl der Kopfschmerztage pro Monat konnte 6 Monate nach der Behandlung im Kopfschmerzzentrum mit einem Rückgang von 46% nahezu halbiert werden und es war ein signifikanter Rückgang der Einnahme von Schmerzmedikamenten nachweisbar. Zusammenfassend ist eine multimodale Therapie chronischer Kopfschmerzen im Rahmen der Integrierten Versorgung effektiv. Es gibt Hinweise, dass trotz der initialen Mehrkosten für die IV-Behandlung ein Einsparpotential für die Krankenkassen besteht. Weitere prospektive Untersuchungen hierzu, insbesondere der Vergleich zur Standardtherapie sind erforderlich.