Ultraschall in Med 2012; 33 - A104
DOI: 10.1055/s-0032-1322635

Grenzwerte der ARFI Elastometrie zur Bestimmung des Grades der Leberfibrose in Patienten mit chronischen Lebererkrankungen

J Sturm 1, RS Goertz 1, L Pfeifer 1, D Wachter 2, MF Neurath 1, D Strobel 1
  • 1Medizinische Klinik 1, Universität Erlangen, DE Erlangen
  • 2Pathologisches Institut, Universität Erlangen, DE Erlangen

sturm.joerg@web.de

Hintergrund:

Die ARFI (Acoustic Radiation Force Impulse) Elastometrie ist eine nicht-invasive Methode zur Quantifizierung der Leberelastizität, die sich in der klinischen Praxis noch etablieren muss.

Ziel:

Es wurden ARFI-Werte der Leber mit den Ergebnissen der histopathologischen Diagnostik verglichen und Grenzwerte zur Bestimmung des Leberfibrosegrades in Patienten mit chronischen Lebererkrankungen berechnet.

Patienten und Methode:

142 Patienten, die sich im Rahmen der Leberdiagnostik einer Leberbiopsie unterzogen (Einschlusskriterien: mind. 6 Portalfelder), sowie weitere 15 Patienten mit sonographisch gesicherter Leberzirrhose wurden eingeschlossen. Durchschnittlich wurden 7 ARFI Messungen des rechten Leberlappens von interkostal durchgeführt (Ausschlusskriterium: Standardabweichung größer 30% des individuellen Durchschnitts-ARFIWertes) und die Ergebnisse mit den Resultaten der histopathologischen Befunde (Auswertung anhand des Ludwig Fibrose Scores F0-F4) verglichen.

Ergebnisse:

Von insgesamt 157 Patienten mit chronischer Lebererkrankung konnten 128 Patienten (Alter: 51,9±14,8 Jahre; BMI: 25,8±4,7kg/m2; durchschnittlicher ARFI-Wert: 1,79±0,81m/s; Portalfelder: 10,9±4,1; Länge des Stanzzylinders: 28,3±9,3mm; Ludwig Fibrosegrade: F0=12, F1=32, F2=33, F3=15, F4=36) eingeschlossen werden. 29 Patienten (18,47%) wurden aufgrund zu hoher Standardabweichungen ausgeschlossen. Es zeigte sich eine signifikante Korrelation zwischen den ARFI Werten und den histopathologischen Fibrosegraden (r=0,721; p<0,001). Unter Zuhilfenahme des Youden Index wurden Grenzwerte zum Ausschluss relevanter Fibrosestadien (F≥2, F≥3, F≥4) berechnet.

Für F≥2 betrug der ARFI-Grenzwert 1,27m/s bei einer AUROC (area under the receiver operating characteristic curve) von 0,848 (Sensitivität: 85,7%; Spezifität: 75%). Für höhergradige Fibrosegrade betrugen die Grenzwerte für F≥3 1,72m/s bei einer AUROC von 0,907 (Sensitivität: 82,4%; Spezifität: 88,3%) und für F≥4 1,76m/s bei einer AUROC von 0,903 (Sensitivität: 91,7%; Spezifität: 81,5%).

Weiterhin konnte gezeigt werden, dass der Ausschluss von Patienten deren Standardabweichung größer als 30% ihres Durchschnitts-ARFI-Wertes war, die Vorraussagekraft der Grenzwerte in Bezug auf AUROC, Sensitivität und Spezifität steigern kann (AUROC[alle] für F≥3: 0,851) und dass es mithilfe der Grenzwerte möglich ist höhergradige Fibrosestadien präzise auszuschließen (bei einem Grenzwert von 1,72m/s für F≥3 beträgt der negative prädiktive Wert 88,3%).

Schlussfolgerung/Summary:

ARFI Elastometrie ist eine präzise, nicht-invasive Methode zur Bestimmung der hepatischen Fibrose in Patienten mit chronischen Lebererkrankungen. ARFI kann höhergradige Fibrosestadien hierbei mit guter Voraussagekraft ausschließen.