Fragestellung: TAP (Transporter associated with Antigen Processing) ist verantwortlich für die Beladung
von MHC-I (Major Histocompatibility Complex) mit Fremdpeptiden. TAP dürfte daher ein
Schlüsselprotein des Immunsystems in der Abwehr viraler Infektionen sein. Somit könnten
TAP Polymorphismen einen entscheidenden Einfluss auf eine HPV-Infektion und das Risiko
für die Entstehung einer zervikalen intraepithelialen Neoplasie (CIN) haben. Ziel
der Studie war es, den Zusammenhang zwischen TAP Polymorphismen und CIN zu evaluieren.
Methodik: Bei allen 822 Frauen wurden die fünf TAP Polymorphismen im TAP1-Gen (1341 und 2254)
und im TAP2-Gen (1135, 1693, 1993) untersucht. Insgesamt konnten 616 Patientinnen
mit histologisch verifizierter CIN 1–3 in den Jahren 2004 bis 2009 in diese Studie
eingeschlossen werden. Als Kontrollgruppe wurden 206 Patientinnen mit unauffälliger
Zervixzytologie und ohne Anamnese einer CIN in die Studie eingeschlossen. Bei allen
eingeschlossenen Patientinnen wurde zusätzlich zur durchgeführten Routineuntersuchung
ein zervikaler Abstrich zur Gewinnung von DNA-Material abgenommen. Ergebnisse: Es konnte kein signifikanter Unterschied in der Genotypenverteilung der fünf untersuchten
Polymorphismen zwischen Patientinnen mit CIN und Patientinnen in der Kontrollgruppe
gezeigt werden. Die durchgeführte Haplotypenanalyse zeigt, dass Frauen mit dem Haplotyp
mut-wt-wt-wt-wt (TAP Polymorphismen t1135-t1341-t1693-t1993-t2254) ein signifikant
geringeres Risiko haben eine CIN zu entwickeln, als Frauen mit dem Referenz-Haplotypen
wt-wt-wt-wt-wt (p=0,0061; OR 0,5, 95% CI 0,35–0,84). Schlussfolgerung: Die Identifizierung von TAP-Polymorphismen könnte verwendet werden, um Frauen zu
identifizieren, bei denen eine Infektion mit humanen Papillomaviren seltener zu einer
zervikalen intraepithelialen Neoplasie führt.