Fortschr Röntgenstr 2012; 184 - RK308_2
DOI: 10.1055/s-0032-1310736

Osteosarkom und Ewing Sarkom

R Erlemann 1
  • 1Helios St. Johannes Klinik, Institut für Radiologie, Duisburg

Osteosarkome (OS) und Ewing Sarkome sind die häufigsten primären malignen Knochentumoren bei Kindern und Jugendlichen. Konventionelle OS, die etwa 90% aller OS ausmachen, können im Röntgenbild rein osteoblastisch, gemischt osteolytisch-osteoblastisch oder rein osteolytisch sein. Bis auf wenige Ausnahmen zeigen sie ein aggressives Wachstum und meist auch unterbrochene Periostreaktionen. Die Matrixverknöcherungen sind in der CT besser als im Röntgenbild erkennbar. Die MRT-Morphologie variiert stark und ist weitgehend vom Anteil an mineralisierter Matrix und/oder fibroblastischen Komponenten abhängig. Fast immer ist bei Diagnosestellung bereits eine extraossäre Komponente vorhanden. Das parosteale OOS sitzt der Kompakta auf und ist weitgehend mineralisiert. Der Mineralisationsgrad nimmt von zentral nach peripher ab. Der Tumor bricht nicht selten in den Markraum ein. Er darf nicht mit einem Osteochondrom oder einer Myositis ossificans verwechselt werden. Das teleangiektatische OS hat in der Bildgebung aber auch histologisch starke Ähnlichkeiten mit einer aneurysmatischen Knochenzyste.

Ewing Sarkome sind wegen ihres sehr schnellen Wachstums in der Röntgendiagnostik häufig nur schlecht oder gar nicht erkennbar. Sie zeigen in den langen Röhrenknochen fast ausschließlich ein osteolytisches Wachstum. Fast immer sind unterbrochene Periostreaktionen vorhanden. Im Becken ist eine osteoblastisch dominierte Morphologie nicht selten. In der MRT zeigen die Tumoren bei Diagnosestellung fast immer eine extraossäre Komponente. Da die Tumoren durch die Haverschen Kanäle wachsen kann die Kompakta zwischen intra- und extraossärer Komponente weitgehend erhalten sein. Die Differentialdiagnose ist in den langen Röhrenknochen eine akute Osteomyelitis.

Lernziele:

  • Kennenlernen der typischen Morphologie von Osteosarkomen und Ewing Sarkomen

  • Kennenlernen der wichtigsten Subtypen der Osteosarkome

  • Hilfe zur Differentialdiagnose Osteosarkom und Ewing Sarkom versus andere Tumoren und Osteomyelitis

Korrespondierender Autor: Erlemann R

Helios St. Johannes Klinik, Institut für Radiologie, An der Abtei 7–11, 47166 Duisburg

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