Pneumologie 2012; 66(09): 523-525
DOI: 10.1055/s-0032-1310131
Standpunkt
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Die Sterblichkeit invasiver Pneumokokkenerkrankungen ist hoch – Tun wir alles, um die Letalität zu senken?

The Burden of Invasive Pneumococcal Disease is High – Are we Doing Everything to Reduce the Mortality?
T. Welte
Klinik für Pneumologie, Medizinische Hochschule Hannover
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Publikationsverlauf

eingereicht 12. Juli 2012

akzeptiert nach Revision 17. Juli 2012

Publikationsdatum:
16. August 2012 (online)

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Einleitung

Die Krankheitslast durch invasive Pneumokokkenerkrankungen (Invasive Pneumococcal Disease, IPD) ist nach wie vor hoch [1] [2] und wird aufgrund demografischer Veränderungen mit einem Anstieg der Zahl älterer Patienten weiter steigen. Als häufigster Erreger oberer wie unterer Atemwegserkrankungen (Otitis media, ambulant erworbene Pneumonie) und als einer der wesentlichen Ursachen für eine Meningitis kommt S. pneumoniae bei Kindern und bei Erwachsenen eine herausragende Bedeutung zu. Pneumokokken besitzen eine Vielzahl verschiedener Pathogenitätsfaktoren, die einerseits die Translokation von Bakterien in die Blutbahn, also die Bakteriämie, begünstigen und andererseits für das Ausmaß des lokalen Gewebeschadens wesentlich sind [3] [4]. Im Gegensatz zu anderen Erregern ist bei Pneumokokken die Pathogenität und nicht eine zunehmende Resistenzentwicklung als wesentlicher Grund für die hohe Sterblichkeit anzusehen, die sich über Jahrzehnte nicht wesentlich verändert hat [1]. Neben der hohen Morbidität und Letalität sind die durch IPD und andere Pneumokokken-bedingte Erkrankungen verursachten Kosten für die Gesundheitssysteme erheblich.