Radiologie up2date 2012; 12(03): 231-246
DOI: 10.1055/s-0032-1309846
Muskuloskelettale Erkrankungen
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Posttraumatische radiologische Diagnostik der Halswirbelsäule

Posttraumatic radiological diagnostics of the cervical spine
S. Mutze
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Publication Date:
01 September 2012 (online)

Zusammenfassung

Ziele des Artikels sind einerseits die Indikationen der Bildgebung für die einzelnen verfügbaren Verfahren mit ihren Möglichkeiten und Grenzen. Dabei wird besonders auf die wünschenswerte enge Zusammenarbeit mit den klinischen Kollegen verwiesen, um unnötige Untersuchungen zu vermeiden, notwendige Verfahren jedoch schnell und gezielt einzusetzen. Andererseits werden die einzelnen Verletzungen systematisch mit zahlreichen Bildbeispielen abgehandelt. Hervorgehoben werden zusätzliche Begleitverletzungen, wie z. B. Dissektionen der hirnversorgenden Arterien und Duraverletzungen.

Abstract

The objective of this article is to determine, for each available method, the indications for imaging as well as the associated possibilities and limitations. It furthermore examines the desirability of close co-operation with clinical colleges to avoid unnecessary tests while identifying necessary procedures quickly and effectively. Individual cases are studied systematically and with numerous examples, and additional injuries, for example dissections of cerebral arteries and dural injuries, are highlighted.

Kernaussagen
  • Für die Diagnostik von Verletzungen der HWS ist die genaue Kenntnis der Anatomie von Knochen, diskoligamentären Verbindungen, Gefäßen und dem funktionellen Zusammenspiel der Strukturen unabdingbar.

  • In der Zusammenarbeit mit den Kollegen aus der Unfallchirurgie muss nach klinischer Untersuchung und Erhebung der Anamnese entschieden werden, ob einfache Röntgendiagnostik (HWS in 2 Ebenen und Dens-Zielaufnahme) ausreichend ist. Bei klinischen Auffälligkeiten, im Zweifelsfall und bei Traumata mit höheren einwirkenden Energien stellt die Multislice-CT die bildgebende Methode der Wahl dar.

  • Die CT hat mit multiplanaren Rekonstruktionen eine fast 100 %ige Treffsicherheit für die Erfassung und Klassifikation von relevanten HWS-Verletzungen. Mit i. v. Kontrastmittelapplikation können auch begleitende Gefäßverletzungen an A. carotis interna und A. vertebralis nachgewiesen bzw. ausgeschlossen werden.

  • Bleiben nach der CT Fragen offen oder besteht eine neurologische Symptomatik, ist die Indikation für die MRT zu stellen.