Gastroenterologie up2date 2012; 08(02): 103-128
DOI: 10.1055/s-0032-1309363
Ösophagus/Magen/Duodenum
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Chirurgische und internistische Diagnostik und Therapie des Ösophaguskarzinoms – Update

Arnulf H. Hölscher
,
Florian Lordick
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Publication Date:
15 June 2012 (online)

Kernaussagen

Ätiologie und Epidemiologie

  • Die Hauptrisikofaktoren für Plattenepithelkarzinome des Ösophagus sind Alkohol und Rauchen. Adenokarzinome entwickeln sich fast ausschließlich in einer Zylinderepithelmetaplasie der distalen Speiseröhre, meist als Folge einer chronischen gastroösophagealen Refluxkrankheit.

  • Das Barrett-Karzinom ist zurzeit der Tumor mit der höchsten Zuwachsrate aller Malignome, die Inzidenz des Plattenepithelkarzinoms ist gleichbleibend.

Klinik und Diagnostik

  • Eine eindeutige Dysphagie – Leitsymptom des Ösophaguskarzinoms – tritt meist erst in einem fortgeschrittenen Tumorstadium auf.

  • Der Ausschluss/Nachweis von Fernmetastasen mittels CT von Hals/Thorax und Abdomen ist für die Therapieentscheidung eine der wichtigsten Staginguntersuchungen.

  • Die genaueste Untersuchung für die Vorhersage der T-Klassifikation ist die Endosonografie, während die Unterscheidung von Mukosa- und Submukosainfiltration am ehesten endoskopisch gelingt („Lifting Sign“).

Therapie

  • Bei Mukosakarzinomen umschriebenen Ausmaßes von < 2 cm und Ausschluss von Multifokalität ist bei Erfüllung aller erforderlichen Kriterien die endoskopische Resektion indiziert.

  • Funktionell operable Patienten mit Submukosa- oder T2-Karzinom ohne Fernmetastasen werden primär einer radikalen Ösophagektomie zugeführt, wobei in den meisten Fällen die subtotale En-bloc-Ösophagektomie mit 2-Feld-Lymphadenektomie und hoch intrathorakaler Ösophagogastrostomie das Verfahren der Wahl ist.

  • Bei funktionell operablen Patienten mit T3 – und resektablen T4-Karzinomen wird zur Verbesserung der Ausgangssituation für eine R0-Resektion die neoadjuvante Radiochemotherapie oder Chemotherapie (Adenokarzinome) vorangestellt.

  • Funktionell inoperable Patienten sollten einer definitiven Radiochemotherapie zugeführt werden. Bei metastasierter Erkrankung kann eine Cisplatin-basierte Kombinationschemotherapie erfolgen.