Endo heute 2012; 25 - FV11
DOI: 10.1055/s-0032-1308731

Die virtuelle Chromoendoskopie mit i-scan führt zu einer wesentlich höheren Detektion rechtsseitiger Kolonadenome im Vergleich zur High-definition Videoendoskopie

H Neumann 1, M Vieth 2, C Günther 1, MF Neurath 1, T Bernatik 1
  • 1Medizinische Klinik 1, Universitätsklinikum Erlangen, Erlangen
  • 2Institut für Pathologie, Klinikum Bayreuth, Bayreuth

Einleitung und Ziele: Das kolorektale Karzinom zählt zu dem am dritthäufigsten diagnostiziertem Tumor. Während die Koloskopie weiterhin den Goldstandard der Vorsorge darstellt, zeigen Studien eine missrate kolorektaler Läsionen von 20–50%. Ebenso scheint die Vorsorgekoloskopie keinen oder einen nur sehr eingeschränkten Effekt auf die Inzidenz proximaler Karzinome zu nehmen. i-scan (Pentax, Hamburg) ist eine neue bildgebende Methode der virtuellen Chromoendoskopie mit der eine verbesserte Darstellung von Schleimhautveränderungen ermöglicht wird.

Material und Methoden: Studienziel war zu prüfen, ob i-scan im rechten Kolon eine erhöhte Detektion kolorektaler Adenome im Vergleich zur high-definition Weißlichtendoskopie (HD-WL) ermöglicht. Dafür wurde das rechte Kolon zunächst mittels HD-WL, daraufhin mit i-scan untersucht.

Ergebnisse: Prospektiv wurden 57 Patienten (47% Frauen; Altersmedian 60 Jahre; Range 27–86 Jahre) untersucht. In der HD-WL Gruppe fanden sich 24 Polypen (mittlere Größe 5,3mm, Range 2–35mm). i-scan detektierte 19 zusätzliche Polypen in einer mittleren Größe von 3,4mm (Range 2–8mm). In der HD-WL Gruppe ergab die histopathologische Aufarbeitung 14 hyperplastische Läsionen, 10 Adenome und 2 Karzinome. In der i-scan Gruppe wurden zusätzlich 7 hyperplastische Läsionen, 11 Adenome und 1 Tumor (Schwannom von 2mm) diagnostiziert. Insgesamt detektierte i-scan signifikant mehr kolorektale Läsionen (P=0,0004) und mehr Adenome (P=0,0023) im Vergleich zur HD-WL Endoskopie. Der zusätzliche Zeitaufwand für die Untersuchung mit i-scan betrug 168 Sekunden.

Schlussfolgerung: Die zusätzliche Untersuchung des rechten Kolon mit i-scan führt zu einer signifikant erhöhten Detektion kolorektaler Adenome und ist mit einem nur geringen zusätzlichen Zeitaufwand verbunden. Damit hat i-scan das Potential die Qualität der Vorsorgekoloskopie weiter zu verbessern.