Dialyse aktuell 2012; 16(02): 123-125
DOI: 10.1055/s-0032-1307034
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Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Immunapherese mit Doppeladsorbern – Viele Einsatzmöglichkeiten und hohe Leistung

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Publication Date:
08 March 2012 (online)

 

Die Immunadsorption ist eine Therapie¬option bei autoantikörpervermittelten Krankheiten. Vor allem dann, wenn sie durch Autoantikörper aus der IgG-Klasse verursacht wurden und medikamentös therapierefraktär sind. Durch die Immun-adsorption werden Autoantikörper schnell und effizient aus dem Blutkreislauf des Patienten entfernt. So wird die IgG-Antikörper-Konzentration im Blut selektiv abgesenkt – und das bei ¬möglichst kurzer Therapiedauer. Bei vielen Autoimmunerkrankungen sowie in der Transplantationsmedizin müssen möglichst viele Antikörper rasch eliminiert werden. Ein Adsorber allein stößt dann mit der Adsorptionskapazität an seine Grenze. Hier erweisen sich Doppeladsorber als besonders effektiv. Dabei arbeiten während einer Behandlung 2 Adsorber im Wechsel. Während der eine adsorbiert, wird der andere desorbiert – und umgekehrt. Diese Regeneration kann während einer Behandlungszeit so oft wie nötig stattfinden (Abb. [ 1 ]).

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Abb. 1 Schema der Immunapherese mit Doppelsäulen. Während der Bindung von Antikörpern am ersten Adsorber wird der zweite Adsorber regeneriert und für den nächsten Zyklus vorbereitet.

Den Wechsel zwischen den beiden Adsorbern kann der Anwender bestimmen und häufig wiederholen. So können bei diesem kontinuierlichen Prozess große Mengen von Antikörpern und Immunkomplexen aus dem Plasma des Patienten eliminiert werden (Abb. [ 2 ]).

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Abb. 2 Änderungen der IgG-Konzentration im Blut während der Immunapherese. Daten von einem Patienten mit erworbener Hemmkörperhämophilie (Autoantikörper gegen Faktor VIII), Behandlungsvolumen: 2,36-faches Plasmavolumen.