Wir berichten über zwei Patienten, die beim hobbymäßig durchgeführten Feuerspucken
Pyrofluid-Flüssigkeit (Phönix-Feuer®) aspirierten.
Pat. 1 (25J.) stellte sich mit Husten, Hämoptysen und Dyspnoe vor. In der BGA schwere
hypoxämische Insuffizienz (pO2 55mmHg, pCO2 33mmHg, pH 7,47, SO2 86%). Laborchemisch präsentierte sich eine Infekkonstellation. In der CT-Thorax sahen
wir deutliche Zeichen der Aspiration mit Infiltraten im linken Unterlappen und rechts
perihilär.
In der Lungenfunktion schwere Restriktion (VC 1,81 absolut, 33,6% Soll, TLC 2,34 absolut,
33,4% Soll). Bei Patient 2 (21J.) zeigte sich ein ähnliches Bild. Die Verlegung erfolgte
bei Infiltraten der Unterlappen bds. nach versehentlicher Aspiration von Pyrofluid.
Klinisch im Vordergrund stand Dyspnoe, bei schwerer restriktiver Ventilationsstörung
(VC 2,67 absolut, 47% Soll, TLC 4,94 absolut, 7,7% Soll).
Therapie: Bei beiden Patienten erfolgte eine antibiotische Therapie mit Piperacillin/Tazobactam.
Neben einer symptomatischen Therapie (Metamizol) erfolgte eine systemische Steroidtherapie
(initial 40mg/Tag), sowie inhalative Maßnahmen. Pat. 1 zeigte in der Kontroll-Spirometrie
2 Wochen nach dem Ereignis weiterhin eine schwere Restriktion.
Diskussion: Die Feuerspuckerlunge, die nach Aspiration von Kohlenwasserstoffgemischen, in diesem
Fall Pyrofluid, auftritt ist eine seltene Erkrankung. Erstmals 1971 in der Literatur
beschrieben [2], tritt dabei eine chemisch-toxische Pneumonitis auf, in schweren Fällen
eine nekrotisierende Pneumonie. In der Spirometrie tritt, wie auch in unseren Fällen,
typischerweise eine restriktive Ventilationsstörung auf [2,3]. Meistens kommt es nach
einigen Wochen zur kompletten Restitution [1,3]. Die Mortalität im Akutstadium beträgt
1% [5]. Die Behandlung mit Kortikosteroiden, die wir prophylaktische auch in unseren
2 Fällen durchführten, wird kontrovers diskutiert [1,2,3], in tierexperimetellen Studien
konnte kein Nutzen nachgewiesen werden [4].