AHZ 2012; 257(2): 15-16
DOI: 10.1055/s-0031-1298674
Spektrum
© Karl F. Haug Verlag MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG

Das Repertorium und der § 153 – Teil 2: Die Hierarchisierung

Serie: Das Repertorium verstehen
Jutta Draeger
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Publication Date:
19 March 2012 (online)

Gefahr der Symptominflation durch die PC-Repertorisation

Nach der Erhebung der Anamnese des Patienten werden zunächst die Symptome ausgesucht, die sich von den allgemeinen, unspezifischen Beschwerden abheben. Das sind gerade bei Erwachsenen meist viele Symptome, die mehr oder weniger brauchbar sind, um das Simillimum zu finden. Hier liegt eine Gefahr der Computerrepertorisation, denn sie verleitet dazu, eine große Zahl von Symptomen einzugeben, was bei der Analyse manches Mal zu Unrecht die Polychreste auf den Plan ruft.

Ein Bild dazu: Wie viele Beine hat eine Kuh? Antwort: 12. Nämlich 2 vorne, 2 hinten, 2 rechts, 2 links und noch 1 in jeder Ecke. An dieser Stelle kommt die Hierarchisierung (= Gewichtung der Symptome) ins Spiel. Sie ist unabhängig von den Hauptbeschwerden des Patienten und von der Prognose seiner Erkrankung. Die Hierarchisierung dient dazu, die passende Arznei zuverlässig und schnell zu finden, indem die Gesamtheit der Symptome auf diejenigen Krankheitszeichen konzentriert wird, die zu diesem Zeitpunkt der Auswertung speziell zur Mittelfindung geeignet sind. Insbesondere wenn der Patient ein Symptom nach § 153 Organon beschreibt, das man dann auch im Repertorium findet, kann man sich glücklich schätzen. Vergleichen Sie dazu bitte auch die AHZ 2011, Heft 1, S. 14 f.