Dialyse aktuell 2011; 15(05): 264
DOI: 10.1055/s-0031-1283083
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Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Vitamin D3 in unterschiedlichen Dosierungen – Effekte auf kardiovaskuläre Marker bei Typ-2-Diabetikern

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Publikationsdatum:
27. Juni 2011 (online)

 

Quelle: Witham MD, Dove FJ, Dryburgh M et al. The effect of different doses of vitamin D(3) on markers of vascular health in patients with type 2 diabetes: a randomized controlled trial. Diabetologia 2010; 53: 2112–2119

Thema: Niedrige 25-Hydroxyvitamin-D-Werte (25(OH)D-Werte) sind unter anderem mit einer höheren Prävalenz von kardiovaskulären Erkrankungen assoziiert und bei Typ-2-Diabetikern häufig. Die Untersuchung des Effektes einer Vitamin-D3-Substitution in unterschiedlicher Dosierung auf die Endothelfunktion, den arteriellen Blutdruck sowie den Glukosestoffwechsel ist daher von Interesse.

Projekt: In der doppelverblindeten, in 3 Parallelgruppen randomisierten, placebokontrollierten Studie verglichen Witham et al. den Effekt einer einmaligen Vitamin-D3-Substitution (Vigantolöl) unterschiedlicher Dosierung auf die Endothelfunktion, den arteriellen Blutdruck sowie den Glukosestoffwechsel bei Typ-2-Diabetikern. Es wurden 61 Patienten mit Typ-2-Diabetes und einem Ausgangs-25(OH)D-Wert von weniger als 100 nmol/l (40 ng/ml) eingeschlossen und in 3 Gruppen (Placebo: n = 22; 100 000 IE Vitamin D: n = 19; 200 000 IE Vitamin D: n = 20) randomisiert.

Die Patienten bekamen die Studienmedikation bei V1 (Zeitpunkt 0) und stellten sich dann nach 8 Wochen (V2) und 16 Wochen (V3) erneut vor. Dabei untersuchten die Autoren folgende Parameter: Die Endothelfunktion wurde mittels Ultraschall durch Messung der endothelabhängigen postischämischen Vasodilatation an der A. brachialis bestimmt, Blutdruck, HbA1c, BNP ("brain natriuretic peptide"), Renin, Aldosteron, Kalzium, Albumin, Parathormon, Insulin, Glukose und 25(OH)D. Der HOMA-Index als Surrogatmarker der Insulinresistenz wurde ebenfalls berechnet.

Ergebnisse: Der Vitamin-D3-Spiegel stieg in den Verumgruppen innerhalb von 8 Wochen deutlich an (100 000-IE-Gruppe von 41 nmol/l auf 63 nmol/l, Woche 16: 59 nmol/l; 200 000-IE-Gruppe von 48 nmol/l auf 79 nmol/l, Woche 16: 76 nmol/l). Dies hatte jedoch keine signifikanten Einflüsse auf Endothelfunktion, Renin, Aldosteron, HbA1c oder Insulinresistenz (HOMA-IR). Die BNP-Werte waren nach 16 Wochen nur in der 200 000-IE-Gruppe signifikant gegenüber dem der Placebogruppe gefallen. Nach 8 Wochen zeigte sich allerdings ein signifikant positiver Einfluss auf den systolischen Blutdruck in den Ve-rumgruppen gegenüber dem der Placebogruppe (Placebo: 146,4 mmHg; 100 000 IE: 142,4 mmHg, p = 0,04 vs. Placebo; 200 000 IE: 136,8 mmHg, p = 0,03 vs. Placebo). Der diastolische Blutdruck blieb unverändert.

Fazit: Hochdosiertes Vitamin D3 verbessert den systolischen Blutdruck und das BNP-Level, aber nicht die Endothelfunk-tion, die Insulinresistenz oder den HbA1c bei Patienten mit Typ-2-Diabetes.

Schlüsselwörter: Blutdruck – Diabetes – Endothelfunktion – Vitamin D

Beate Smith, Heidelberg