Fortschr Röntgenstr 2011; 183 - FO_PO25
DOI: 10.1055/s-0031-1279644

Transiente globale Amnesie: Was kann man in der zerebralen MRT sehen?

F Fellner 1, C Ginthoer 1, G Ransmayr 2, L Pallwein-Prettner 1
  • 1AKH Linz, Zentrales Radiologie Institut, Linz
  • 2AKH Linz, Neurologie, Linz

Die transiente globale Amnesie (TGA) ist charakterisiert durch eine akut einsetzende anterograde und retrograde Amnesie, welche weniger als 24 Stunden andauert. Die Inzidenz wird mit 5–11 pro 100 000 Personen pro Jahr angegeben. Es kommt dabei zu keiner Bewußtseinstrübung. Als potentielle ätiologische Faktoren werden Ischämie, Anfallsleiden, Migräne, venöse Kongestion und psychogene Probleme diskutiert. Bis vor dem Zeitalter der Diffusionsgewichtung in der MRT konnten bei diesen Patienten mit zerebralen MR-Untersuchungen keine assoziierten pathologischen Veränderungen nachgewiesen werden. Die MR-Untersuchung hatte nur den Zweck, andere Entitäten, wie z.B. Tumoren, entzündliche Veränderungen etc., auszuschließen.

Seit dem Einsatz Diffusions-gewichteter Sequenzen können vereinzelt typisch lokalisierte Signalveränderungen im Sinne einer eingeschränkten Diffusion im Hippocampus nachgewiesen werden. Die Detektionsrate wird in der Literatur von 0 bis 84% angegeben, je nach Qualität der MR-Untersuchungstechnik. Für ein dediziertes Untersuchungsprotokoll werden hohe b-Werte (b=2000) in Kombination mit einer niedrigen Schichtdicke (3mm) empfohlen. Die Diffusionsstörungen im Hippocampus (unilateral oder bilateral) sind nämlich sehr klein mit etwa 1–3mm Ausdehnung. Die Detektionsrate dieser hippocampalen Diffusionsstörungen ist bei Untersuchungen an 3T-Systemen höher als an 1.5T-Systemen. Es besteht auch die Möglichkeit, dass diese Diffusionsveränderungen in initialen Untersuchungen nicht zu erkennen sind. In manchen Fällen können sie dann aber in Kontroll-Untersuchungen nach mehreren Tagen gesehen werden. Der Nachweis von hippocampalen Veränderungen in Diffusions-gewichteten Sequenzen hat wieder die Theorie einer ischämischen Genese von transienten globalen Ischämien gestärkt.

Lernziele:

  • Kenntnis möglicher Diffusionsstörungen im Hippocampus bei TGA

  • Kenntnis der geringen Detektionsrate bei inadäquater Untersuchungstechnik

  • Kenntnis adäquater Untersuchungstechniken

Keywords: transiente globale Amnesie, Hippocampus, Diffusionsstörungen, 3T, Untersuchungstechnik

Korrespondierender Autor: Fellner F

AKH Linz, Zentrales Radiologie Institut, Krankenhausstr. 9, 4020, Linz

E-Mail: franz.fellner@akh.linz.at