Fortschr Röntgenstr 2011; 183 - FO_PO8
DOI: 10.1055/s-0031-1279627

Blickdiagnose Budd Chiari – Lebervenenverschluss mit Folgen. Erst die Diagnose und was kommt dann?

E Wittl 1, W Pennekamp 1, D Roggenland 1, P Graziano 1, L Kübler 1, V Nicolas 1
  • 1Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil Bochum, Radiologie, Bochum

Benannt nach ihren Erstbeschreibern George Budd (1845) und Hans von Chiari (1889) bezeichnet das Budd Chiari-Syndrom eine Lebererkrankung, welche durch einen Verschluss der Lebervenen hervorgerufen wird, v.a. Frauen in der 3.-4. Lebensdekade betrifft und assoziiert sein kann mit Gerinnungsstörungen, myeloproliferativen und weiteren prädisponierenden Erkrankungen. Durch den konsekutiv verhinderten Abfluss des Blutes zum Herzen kommt es zu einem Blutrückstau in der Leber mit Entwicklung einer portalvenösen Hypertension und ohne Therapie zu deren typischen Begleiterscheinungen infolge entstehender Umgehungskreisläufe wie Ösophagusvarizen und Aszites.

Um den radiologischen Blick für den seltenen Kontakt mit dem Erkrankungsbild zu schärfen, wird anhand des Beispieles einer Patientin mit Budd Chiari-Syndrom mit dokumentiertem Verlauf über 7 Jahre das typische initiale computertomographische Bild mit diffuser Hypodensität der Leber mit Ausnahme des 1. Lebersegmentes, welches venös direkt in die V. cava drainiert, vorgestellt sowie auch die sich im Verlauf ändernden Alterationen des Leberparenchymes.

Wie auch bei unserer Patientin kommt es im weiteren Erkrankungsverlauf häufig zur Entwicklung von Regeneratknoten, welche bei multiplem Auftreten schwierig von anderen benignen oder auch malignen Knoten differenziert werden können.

Auch die therapeutischen Möglichkeiten werden vorgestellt, wobei die Anlage eines transjugulären intrahepatischen portosystemischen Shunts (TIPS) als radiologisches Therapieverfahren in der Regel zu favorisieren ist.

Lernziele:

  • Kenntnisse über Hintergrund, Diagnose, Therapie und Verlauf der Erkrankung anhand des Beispieles einer Patientin mit Budd Chiari-Syndrom mit dokumentiertem Verlauf über 7 Jahre

  • Schärfen des radiologischen Blickes für das seltene Erkrankungsbild

Keywords: CT, MRT, Budd Chiari-Syndrom, Lebervenenverschluss, Regeneratknoten

Korrespondierender Autor: Wittl E

Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil Bochum, Radiologie, Bürkle-de-la-Camp Platz 1, 44789 Bochum

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