Psychiatrie und Psychotherapie up2date 2011; 5(05): 257-268
DOI: 10.1055/s-0031-1276856
Abhängigkeitserkrankungen

Drogeninduzierte Psychosen

Euphrosyne Gouzoulis-Mayfrank
Kernaussagen
  • Psychotische Rauschverläufe und rauschüberdauernde drogeninduzierte Psychosen kommen bei einer Vielzahl von Drogen vor, die über verschiedene pharmakologische Akutmechanismen wirken. Hierzu gehören Cannabis, Stimulanzien, Ecstasy und Halluzinogene.

  • In der Regel lässt sich aus klinischen und experimentellen Befunden eine Dosisabhängigkeit ableiten, allerdings können im Einzelfall psychotische Rauschverläufe und drogeninduzierte Psychosen auch bei üblichen Dosen bzw. bei sporadischem Konsum auftreten.

  • Wichtig für die Diagnose und Differenzialdiagnose von drogeninduzierten Psychosen ist eine sorgfältige Anamnese – möglichst einschließlich Fremdanamnese – und die Beachtung der Zeitachse beim Auftreten und Abebben der psychotischen Symptome.

  • Toxikologische Nachweismethoden sollen bei der Diagnostik unterstützend eingesetzt werden, deren Grenzen müssen jedoch berücksichtigt werden.

  • Bei psychotischen Rauschverläufen ist in der Regel eine Akutmedikation mit Benzodiazepinen indiziert. Auf eine antipsychotische Medikation kann und sollte meistens verzichtet werden.

  • Bei rauschüberdauernden drogeninduzierten Psychosen sind zeitlich limitiert Benzodiazepine und atypische Antipsychotika indiziert.



Publication History

Publication Date:
18 August 2011 (online)

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