PiD - Psychotherapie im Dialog 2011; 12(2): 143-147
DOI: 10.1055/s-0031-1276816
Aus der Praxis
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Virtuelle Realität in der Psychotherapie

Andreas  Mühlberger, Paul  Pauli[1]
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Publication Date:
14 June 2011 (online)

Zusammenfassung

Im Rahmen von Psychotherapien wird die Aktivierung von Emotionsnetzwerken für die Veränderung emotionalen Erlebens als notwendig erachtet. Insbesondere bei Angststörungen ist die Exposition mit den angstauslösenden Objekten oder Situationen ein zentrales Element der kognitiven Verhaltenstherapie. Computergenerierte dreidimensionale Modelle solcher angstauslösenden Objekte oder Situationen können heute mittels modernen Computertechnologien als virtuelle Realitäten (VR) sehr realistisch erstellt und in der Psychotherapie sinnvoll und erfolgreich eingesetzt werden. Die Kosten für die Technik sind in den letzten Jahren deutlich gesunken. Der vorliegende Beitrag gibt eine Einführung in den Nutzen und die Effektivität der virtuellen Realität für die Behandlung von verschiedenen Angststörungen (Spezifische Phobie, soziale Phobie und posttraumatische Belastungsstörung) sowie einen Überblick über Einsatzmöglichkeiten für die Behandlung weiterer Störungen, z. B. Süchte, Schmerzen und Schizophrenie. Die Verfügbarkeit von VR-Systemen, insbesondere zur Angstbehandlung, wird in den nächsten Jahren deutlich zunehmen, sodass die VR Expositionsbehandlung sich voraussichtlich als effektive Routinebehandlung etablieren wird.

Literatur

1 Offenlegung potenzieller Interessenkonflikte: A. Mühlberger ist Teilhaber und Geschäftsführer einer Gesellschaft, die virtuelle Realität für Forschungszwecke entwickelt und vertreibt. P. Pauli ist Teilhaber einer Gesellschaft, die virtuelle Realität für Forschungszwecke entwickelt und vertreibt.

Prof. Dr. Andreas Mühlberger

Universität Würzburg
Lehrstuhl für Psychologie I
(Biologische Psychologie, Klinische Psychologie und Psychotherapie)

Marcusstraße 9–11

97070 Würzburg

Email: muehlberger@psychologie.uni-wuerzburg.de