physiopraxis 2011; 9(3): 14-15
DOI: 10.1055/s-0031-1275426
physiowissenschaft

Fußball – Viele Spiele – hohe Verletzungsgefahr

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Publication Date:
18 March 2011 (online)

 

Bundesliga, Champions League – für manche Spitzenfußballer jagt derzeit ein Spiel das nächste. Dass bei einer solch hohen Einsatzhäufigkeit auch das Verletzungsrisiko steigt, scheint naheliegend.

Diesen Verdacht konnten nun Gregory Dupont und seine Kollegen aus Frankreich, Schottland und Norwegen anhand einer Kohortenstudie bestätigen. Im Verlauf von zwei Saisons untersuchten sie, ob es unterschiedliche Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit und Verletzungsrate von Profifußballern hat, wenn diese ein Spiel pro Woche bestreiten oder zwei. Dazu teilten sie 32 Kicker eines Spitzenteams in zwei Gruppen ein: Die Sportler der ersten Gruppe spielten innerhalb von drei bis vier Tagen zweimal und bestritten dadurch während der Studie insgesamt 67 Spiele. Bei den übrigen Kickern lagen mehr als fünf Tage zwischen zwei Spielen, sodass sie im Untersuchungszeitraum nur 56 Spieleinsätze hatten. Die körperliche Leistung maßen die Autoren unter anderem anhand der Gesamtlaufstrecke und der Anzahl der Sprints.

Dupont und sein Team stellten fest, dass die Leistungsfähigkeit der Fußballer durch die Teilnahme an zwei Spielen pro Woche nicht beeinflusst wurde. Jedoch erhöhte sich ihr Verletzungsrisiko dadurch signifikant: Pro 1.000 Belastungsstunden erlitten sie rund 26 Verletzungen. Die Spieler mit weniger Einsätzen wurden dagegen in der gleichen Zeit nur etwa vier Mal vom Platz getragen.

In spielreichen Zeiten raten die Autoren daher zu rotierenden Spielereinsätzen und empfehlen, die Strategien zur Erholung der Sportler zu verbessern.

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Am J Sports Med 2010; 38: 1752–1758