Dialyse aktuell 2011; 15(1): 3
DOI: 10.1055/s-0031-1275194
Editorial

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart ˙ New York

Pflegepreis 2010

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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
08. März 2011 (online)

 

Christian Schäfer, Stuttgart

Die Pflege verbessern - dies ist im weitesten Sinne die Intention hinter den beiden prämierten Schwerpunktbeiträgen in dieser Ausgabe. Beide Arbeiten teilten sich den mit 1500 Euro dotierten "Förderpreis Nephrologische Pflege" im Jahr 2010. Der Georg Thieme Verlag stiftet das Geld für den Preis, den die Dialyse aktuell zusammen mit der AfnP (Arbeitsgemeinschaft für nephrologisches Personal e. V.) vergibt. Zusammen mit der 1. Vorsitzenden der AfnP Marion Bundschu, Ulm, durfte ich auf dem 32. AfnP-Symposium in Fulda Ende Oktober jeweils 750 Euro pro prämierter Arbeit an die Preisträger überreichen (siehe Dialyse aktuell 10/2010, Seiten 548-552 ).

Was denken eigentlich Patienten über die Arbeit des Dialysepersonals? Dietmar Wiederhold, Anja Lücke und Renate Hoffmann wählten diese Fragestellung in ihrer Arbeit (siehe Seiten 26-35 in dieser Ausgabe). Diese Sichtweise wurde bisher kaum untersucht: Bisher beschränkten sich Befragungen nur auf das Personal selbst. Chronisch kranke Dialysepatienten sind meist "Problemfälle", da sie oft multimorbide sind und das Risiko für psychische Erkrankungen erhöht ist. Daher ist es notwendig, auf den einzelnen Dialysepatienten besonders einzugehen - laut der Studie haben sie ein hohes Bedürfnis nach Sicherheit sowie Vertrauen und wünschen sich beim Pflegepersonal empathische und kommunikative Kompetenzen.

Um die Betreuung der Patienten so gut und empathisch wie möglich zu gestalten, ist eine reibungslose Kommunikation und Kooperation im nephrologischen Team essenziell. Und nicht nur das: Natürlich leidet auch das Betriebsklima und die Qualität der Arbeit, wenn sich die Mitarbeiter nicht wohl fühlen. Anja Karstens zeigt anhand ihres Beitrags (siehe Seiten 36-44 in dieser Ausgabe), wie sie mithilfe eines erlebnispädagogischen Events in einem Hochseilgarten die Mitarbeiter aus 3 Dialysezentren enger zusammenschweißte.

Im Nachgang stellte Frau Karstens fest, dass nun eine vertrauensvollere und wertschätzendere Atmosphäre im Team herrscht - eine ideale Basis, um die Mitarbeiterzufriedenheit zu steigern und somit die Qualität der Pflege in den Dialysezentren zu verbessern: Wer gerne in einer Praxis arbeitet, der kann besser auf die Patienten eingehen. Gerade in Zeiten des sich verschärfenden Personalmangels kann dies die Patientenzufriedenheit entscheidend verbessern und somit letztendlich den wirtschaftlichen Erfolg einer Praxis sichern.

In diesem Jahr vergibt die Dialyse aktuell zum 6. Mal zusammen mit der AfnP den Pflegepreis. Wir werden die Preisträger wieder auf dem AfnP-Symposium in Fulda Ende Oktober ehren - vielleicht sind Sie es? Sie können sich gerne mit Ihrer Arbeit bewerben. Die Kriterien hierfür finden Sie auf Seite 53 dieser Ausgabe oder unter http://www.afnp.de. Trauen Sie sich!

Christian Schäfer

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