Klinische Neurophysiologie 2011; 42 - P257
DOI: 10.1055/s-0031-1272704

Supinatorlogensyndrom nach laparoskopischer, tiefer anteriorer Rektumresektion – case report

K. Gegenheimer 1, T. Rösel 1, H. Rickmann 1, G. Gahn 1
  • 1Karlsruhe

Bei einer 61-jährigen Patientin wurde eine laparoskopische, tiefe anteriore Rektumresektion durchgeführt. Sie wurde in Kopftief- und Rechtsseitenlage gelagert. Am rechten Ellbogen befand sich eine Armschiene. Die Operation dauerte 240min ohne Komplikationen.

Am nächsten Morgen klagte die Pat. über eine Schwäche der rechten Hand, insbesondere die Fingerstreckung war nicht mehr möglich. Sensibilitätsstörungen bestanden nicht. Zudem gab sie einen Druckschmerz am proximalen Unterarm im Bereich des M. supinator an.

Die neurologische Untersuchung ergab ein Supinatorlogensyndrom. In der motorischen Neurografie konnte ein Leitungsblock des Ramus profundus n. radialis am prox. Unterarm, bei unauffälliger sensibler Neurografie, nachgewiesen werden. Elektromyographisch fand sich im M. ext. carpi ulnaris eine erhöhte Entladungsfrequenz.

Die Symptomatik bildete sich innerhalb von 2 Monaten nur diskret zurück. In der Verlaufsuntersuchung zeigte sich neben dem persistierenden Leitungsblock leichte pathologische Spontanaktivität als Hinweis auf eine zusätzlich axonale Beteiligung.

Retrospektiv ist anzunehmen, dass die intraoperative Lagerung der Patientin zu einer Kompression des N. radialis im Bereich des M. supinator führte.

Dieser Fall soll verdeutlichen, dass lagerungsbedingt auch seltene Engpaß/Kompressions-Syndrome auftreten können, die primär nicht ins Kalkül gezogen werden.