Zentralbl Chir 2011; 136(6): 616-620
DOI: 10.1055/s-0031-1271383
Kasuistik

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart ˙ New York

Laparoskopische Therapie des Truncus-coeliacus-Kompressionssyndroms – Fallbericht eines 25-jährigen Patienten

Laparoscopic Management of Celiac Artery Compression Syndrome – Case Report of a 25-Year-Old PatientJ. Lessel1 , K. Rubach1 , M. Marcus2 , M. Naundorf2 , M. Pross1
  • 1DRK Klinikum Berlin Köpenick, Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie, Berlin, Deutschland
  • 2DRK Klinikum Berlin Köpenick, Klinik für Gefäßchirurgie, Berlin, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
15 April 2011 (eFirst)

Einleitung

1917 berichtete Lipshutz erstmals über die externe Kompression des Truncus coeliacus durch das Lig. arcuatum medianum [1]. 

Die Kompression des Truncus coeliacus durch das Lig. arcuatum medianum oder fibromatöses Gangliongewebe kann zu Beschwerden führen, die ähnlich der ­Angina abdominalis erscheinen können. Dazu gehört neben Erbrechen, Diarrhö und Gewichtsverlust oft ein brennender, teils krampfartiger, nahrungsunabhängiger Oberbauchschmerz, der über längere Zeit an Intensität zunimmt und ein unerträgliches Ausmaß erreichen kann [2] [3] . Ursächlich für die Schmerzen ist die atemabhängige Kompression des Truncus coeliacus und eine chronische Irritation der Ganglien des Plexus coeliacus durch ein hypertrophiertes oder anormal lokalisiertes Lig. arcuatum medianum des Zwerchfells und die Crura diaphragmatica. 

Die Inzidenz des seltenen Krankheits­bildes ist unbekannt. Eine konstitutionelle Prädisposition wird diskutiert, da die Patienten meist schlanke Männer und junge Frauen sind. Bei einigen asthenischen Patienten ist ein epigastrisches Ste­nose­geräusch auskultierbar. 

Da Dunbar et al. 1965 die Durchtrennung der fibrösen Fasern und damit eine Besserung der Beschwerden gelang, wird das Kompressionssyndrom des Truncus coeliacus auch als Dunbar-Syndrom bezeichnet [4] [5] [6] . 

Bei begründetem Verdacht mit duplex­sono­grafisch nachgewiesenen Strömungs­geschwindigkeiten von mehr als 120 cm / s sollte eine laterale Aortografie zur Darstellung der Viszeralgefäße angestrebt werden [7] [8] . In Abhängigkeit von den Atemphasen zeigt sich die Einengung des Truncus coeliacus. In Exspiration wird durch die Crura diaphragmatica Zug auf die Aorta ausgeübt und so entsteht eine Abknickung oder Einengung des Trun­cus coeliacus. Kollateralkreisläufe über die A. pancreaticoduodenalis können durch die laterale Aortografie abgebildet werden [8]. 

Eine computertomografische Angiografie zur Abgrenzung von Arteriosklerose, Tumorkompression oder angiodysplastischen Veränderungen kann von Nutzen sein [7]. 

Auch die Angio-Magnetresonanztomografie in 3D-Rekonstruktion lässt eine eindeutige Differenzierung zu anderen Krankheitsbildern zu. 

Die Operationsindikation wird aufgrund einer langfristigen Erfolgsrate von 60–80 % und einer Rezidivrate von 30 % nach einem Jahr kritisch diskutiert. Die Letalität wird mit 0 % angegeben [7] [8] . 

Wir berichten über einen jungen Patienten mit einem Kompressionssyndrom des Truncus coeliacus, welcher nach laparoskopischer Durchtrennung des Lig. arcuatum und Resektion der Ganglien des Plexus coeliacus beschwerdefrei wurde. 

Literatur

1 gleichberechtigte Erstautoren

Dr. K. Rubach

DRK Klinikum Köpenick · Allgemeinchirurgie

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