Dialyse aktuell 2010; 14(10): 543
DOI: 10.1055/s-0030-1270661
Editorial

© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Medikamente im Fokus

Christian Schäfer
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Publikationsdatum:
17. Januar 2011 (online)

Alle Jahre wieder: Weihnachten steht vor der Tür, die Plätzchen sind gebacken und werden gegessen. Auch die Weihnachtsgans wird an Heiligabend in so manchem Haushalt in den Ofen geschoben. Dialysepatienten können davon oft nur träumen. Eine ausgewogene und angepasste Ernährung ist wichtig, damit das empfindliche Mineralstoffgleichgewicht, der Wasserhaushalt und die Proteinzufuhr nicht aus den Fugen geraten. Glücklicherweise gibt es inzwischen ausgeklügelte Ernährungspläne, die trotz häufig vorkommender Komorbiditäten wie Diabetes mellitus oder kardiovaskuläre Erkrankungen auch den einen oder anderen kulinarischen Genuss zulassen.

Kommen wir zu den Blutfetten: Bisher dachte man, dass medikamentös gesenkte Blutfettspiegel nur bei Nierengesunden das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringert. Die auf 10 Jahre ausgelegte SHARP[1]-Studie, die auf dem Nephrologenkongress „The American Society of Nephrology's Renal Week 2010“ in Denver (USA) am 20. November erstmals vorgestellt wurde, zeigte allerdings, dass auch Nierenkranke profitieren: Wie die Autoren an 9480 Nierenpatienten aus mehr als 18 Ländern nachweisen konnten, reduziert eine kombinierte Einnahme der blutfettsenkenden Medikamente Ezetimib und Simvastatin die Zahl kardiovaskulärer Ereignisse um etwa ein Viertel. Circa ein Drittel der Studienteilnehmer waren Dialysepatienten. „Dadurch könnten weltweit 250 000 Menschen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verschont bleiben“, erklärte Studienleiter Prof. Colin Baigent, Oxford (Großbritannien). Das wäre ein wirklich bedeutender Schritt.

Apropos Medikamente: Arzneimittel, die schon lange bei der Behandlung von Nierenkranken eine zentrale Rolle spielen, sind das Thema der ersten Ausgabe der neu begründeten Reihe „Im Fokus“. Das Supplement liegt dieser Ausgabe der Dialyse aktuell bei und beschäftigt sich mit Biologicals und Biosimilars in der Nephrologie. Hierbei geht es vornehmlich um das Management der renalen Anämie, die geänderten Ziel-Hämoglobin-Werte bei Nierenpatienten, Strategien bei einer EPO-Hyporesponse und Biosimilars im Bereich der Epoetine. Bei Letzterem sind Kostensenkungen sowie Studien zur Sicherheit und Wirksamkeit der Medikamente im Fokus der Autoren. Der Biosimilarsektor wird in Zukunft sicherlich immer mehr an Bedeutung gewinnen. Aber lesen Sie selbst!

Ich wünsche Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit (vielleicht mit der Lektüre der Ausgabe 10/2010 der Dialyse aktuell) und schon einmal einen guten Rutsch in das neue Jahr!

1 Study of Heart and Renal Protection

Christian Schäfer

Stuttgart

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