ergopraxis 2011; 4(1): 14
DOI: 10.1055/s-0030-1270551
wissenschaft

SI-Therapie – Positive Wirkung (vorläufig) belegt

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Publikationsdatum:
07. Januar 2011 (online)

 

Die sensorische Integrationstherapie (SI) kann motorische, kognitive und soziale Fertigkeiten von Kindern verbessern, bei denen Probleme in der Reizverarbeitung und Reizintegration vorliegen. So lautet zumindest das Ergebnis einer systematischen Übersichtsarbeit von Dr. Teresa May-Benson und Dr. Jane Koomar, beides Ergotherapeutinnen der OTA-Watertown-Privatklinik für Sensorische Integration in den USA.

Die Forscherinnen bezogen 27 Studien aus den Jahren 1972 bis 2007 in ihr Review ein, darunter waren 13 RCT-Studien. Bei einigen Forschungsarbeiten stellten sie methodische Mängel fest wie kleine oder heterogene Stichproben und unzureichende Outcome-Assessments. Laut Auswertung weisen die Studien positive Behandlungseffekte der sensorischen Integrationstherapie nach, die vor allem im Vergleich zu fehlenden Behandlungen auftreten. Entsprechende Outcomes beziehen sich auf sensomotorische Fertigkeiten, motorische Planung, Sozialisation, Verhaltensregulation und Lesefertigkeiten. Einzelnen Studien zufolge führt die SI-Therapie auch zu besseren Langzeitergebnissen als vergleichbare Methoden.

Um die Wirkung des SI-Ansatzes schlüssig zu belegen, benötigt man aus Sicht der beiden Ergotherapeutinnen weitere Forschungsprojekte. Diese sollten neben größeren und homogenen Stichproben über ein adäquates Forschungsprotokoll verfügen. Zukünftige Arbeiten könnten zudem untersuchen, wie genau der Ansatz der sensorischen Integrationstherapie bei den betroffenen Kindern wirkt.

akb

AJOT 2010; 64: 403–414

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