Klin Monatsbl Augenheilkd 2010; 227 - V55
DOI: 10.1055/s-0030-1270038

Kollagen-Crosslinking bei bullöser Keratopathie – Mittelfristige Ergebnisse

F Heinemann 1, L Nawrocki 1, A Liekfeld 1
  • 1Potsdam – Klinikum Ernst von Bergmann gGmbH, Klinik für Augenheilkunde

Hintergrund: Corneales Crosslinking ist ein photooxidatives Vernetzungsverfahren zur Erhöhung des Grades der Kollagen-Vernetzung innerhalb des Hornhautstromas. Bezüglich der Hauptindikation früher progressiver Keratokonus ist die Therapie mittlerweile etabliert. Zusätzlicher Effekt ist die signifikante Antihydratation des Hornhautstromas mit positiver Auswirkung auch bei bullöser Keratopathie. Methode: 5 Augen mit schmerzhafter bullöser Keratopathie wurden nach cornealem Crosslinking über einen 3-Monats-Zeitraum hinsichtlich Visus, Hornhautdicke, Epithelveränderungen und Schmerzsymptomatik nachkontrolliert. Ergebnisse: Postoperativ zeigte sich eine Abnahme von Stromaödem und Schmerzsymptomatik mit initial deutlicher Visusverbesserung. Dabei zeigte sich eine Hornhautdicken-Abnahme von 60µm bis 110µm, bei 4 von den 5 Patienten kam es zu einem kurzfristigen Visusgewinn von 1–2 Zeilen, nach wenigen Wochen erreichten die Patienten wieder den initialen Visus. Alle Patienten gaben weniger Schmerzen als vor dem Behandlung an. Schlussfolgerung: Kollagen-Crosslinking der Hornhaut stellt eine effektive Methode zur kurzfristigen Behandlung der bullösen Keratopathie dar und kann die Notwendigkeit einer perforierenden Keratoplastik verzögern. Vor allem trägt es zur subjektiven Verbesserung der Schmerzsymptomatik für die Patienten bei.