Handchir Mikrochir plast Chir 2011; 43(2): 119-124
DOI: 10.1055/s-0030-1269931
Originalarbeit

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Ist eine intramuskuläre Injektion bei autologer Fetttransplantation zur Mamma sinnvoll ? – Eine MRT-volumetrische Studie

Is There a Need for Intrapectoral Injection in Autologous Fat Transplantation to the Breast? – An MRI Volumetric StudyC. Herold1 , K. Ueberreiter2 , F. Cromme2 , M. Grimme1 , P. M. Vogt1
  • 1Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Plastische-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Zentrum für Schwerbrandverletzte, Hannover
  • 3Asklepios Klinik Birkenwerder, Plastische Chirurgie, Birkenwerder
Further Information

Publication History

eingereicht 1.6.2010

akzeptiert 1.12.2010

Publication Date:
01 February 2011 (eFirst)

Zusammenfassung

Einleitung: Die autologe Fetttransplantation zur weiblichen Brust entwickelt sich zu einer Standardtechnik in der Plastischen Chirurgie. Neben einer periglandulären Injektion erfolgt häufig auch eine intramuskuläre Injektion in der Annahme, dort eine gut durchblutete Matrix vorzufinden. Für die objektive Beurteilung dieser Technik ist eine reproduzierbare und möglichst exakte Volumenmessung prä- und postoperativ notwendig.

Methodik: An 10 Patientinnen wird vor und nach autologer Fetttransplantation das Volumen der beiden Zielebenen, der Pectoralismuskulatur und des periglandulären Fettes getrennt MRT-volumetrisch bestimmt. Es wird weiterhin das Volumen der Brustdrüse prä-, und postoperativ bestimmt, um Aussagen zu dem Einfluss des Brustdrüsenvolumens und dessen Schwankungen zu beiden Untersuchungszeitpunkten machen zu können.

Ergebnisse: Bei Vergleich der MRT-volumetrisch gewonnenen Werte präoperativ und 6 Monate postoperativ ergab sich ein durchschnittlicher Volumenerhalt von 64% (±13%) im Muskel und 81% (±8%) im periglandulären Fettgewebe. Das Volumen der Brustdrüsen schwankte um durchschnittlich 7% (±4%) zu den Untersuchungszeitpunkten. Gemessenen an der Interessenregion bei Bestimmung des Volumenerhaltes insgesamt nach Fetttransplantation stellt die Brustdrüse lediglich 15% (±5%) präoperativ und 13% (±4%) postoperativ.

Schlussfolgerung: Im Rahmen von autologen Fetttransplantationen zur Mamma ist die periglanduläre subkutane Ebene der muskulären Ebene in Bezug auf einen Volumenerhalt 6 Monate postoperativ überlegen. Da bei der autologen Fetttransplantation auf Bolusinjektionen dringend verzichtet werden soll und das Transplantat in kleinen Tröpfchen fächerförmig in multiplen Ebenen injiziert werden soll, bietet die Pectoralismuskulatur aber dennoch ein zusätzliches Zielvolumen, um gerade bei kleineren Brüsten das sicher injizierbare Gesamtvolumen zu erhöhen und um den klinisch sichtbaren und damit für die Patientin entscheidenden Effekt vergrößern zu können. Die Volumenschwankungen der Brustdrüse sind gering und ihr Anteil am gemessenen Gesamtvolumen relativieren die Schwankungen zusätzlich. Dennoch kann durch Herausrechnen des Drüsengewebes die Genauigkeit der Methode verbessert werden.

Abstract

Introduction: Autologous fat transplantation to the female breast is becoming generally accepted as a standard procedure in plastic surgery. Periglandular planes and also intrapectoral planes are used, based on the idea of having a highly vascularised matrix. To assess this surgical technique a reproducible and exact tool for volume analysis is necessary.

Methods: The volume of pectoral muscles and breast tissue including periglandular fat was analysed by MRI volumetry before and 6 months after autologous fat transplantation in 10 patients. The volume of the glandular tissue itself was also analysed to evaluate the effect of volume up-, and down-turns between the 6 months.

Results: A comparison of the volumes calculated with MRI volumetry preoperatively and postoperatively revealed a mean volume persistence of 64% (±13%) within the pectoral muscle and of 81% (±8%) within the periglandular fat. Glandular volume had a mean alternation of 7% (±4%). In relation to the region of interest for breast volumetry the glandular tissue represented 15% (±5%) preoperatively und 13% (±4%) postoperatively.

Conclusion: In autologous fat transplantation to the breast the periglandular plane is superior to the intramuscular plane in terms of volume persistence. As bolus injections of fat tissue must be strictly avoided, the pectoral muscles offer an additional receptor tissue for fat transplantation, and might be especially needed in smaller breasts to achieve the desired volume augmentation. The alternation of glandular tissue within the 2 points of time was low and in relation to the whole region of interest for breast volumetry rather inconsequential. Nevertheless consideration and subtraction of the glandular volume in mamma volumetry optimises the exactness of the volumetry.