Handchir Mikrochir plast Chir 2010; 42(6): 386
DOI: 10.1055/s-0030-1268462
Mitteilungen der DGH

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51. Kongress der DGH in Nürnberg – Ein Rückblick

51st Meeting of DGH in NürnbergR. Böttcher
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Publication Date:
15 December 2010 (online)

Der diesjährige Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie fand erneut gemeinsam mit dem Jahreskongress der DAHTH statt. Mit gemeinsam nahezu 650 Teilnehmern und knapp 60 Ausstellern war der Kongress eine ideale Plattform zum wissenschaftlichen und kollegialen Austausch, zur Information über Neuentwicklungen der fachbezogenen Industrie und zum Erfahrungsaustausch auch zwischen Therapeuten und Handchirurgen. Die großzügigen und hellen Räumlichkeiten des CongressCenter Nürnberg boten hierfür gute Rahmenbedingungen. Die Mitgliederversammlung der DGH konnte im Rahmen des Kongresses 14 neue ordentliche und 51 neue außerordentliche Mitglieder aufnehmen. Damit ist die Zahl der Mitglieder erfreulich gestiegen auf insgesamt 678.

Die Kongresse der vergangenen Jahre waren zum Teil geprägt von der jeweils aktuellen schwierigen gesundheitspolitischen Entwicklung, während nun in Nürnberg der klare Schwerpunkt auf der wissenschaftlichen Entwicklung zu den Hauptthemen lag. Alleine drei Sitzungen des ersten Tages beschäftigten sich mit dem Morbus Dupuytren. Dadurch war eine gründliche Aufbereitung und Bewertung der therapeutischen Optionen möglich. Eingeladene Referenten aus dem In- und Ausland wie Prof. Ilse Degreef und Prof. Lawrence Hurst berichteten übe ihre Ergebnisse. Sicherlich ergaben sich für einen großen Teil der Teilnehmer neue Aspekte und ein breiteres Spektrum in der Therapie des Morbus Dupuytren. Die Abwägung der Indikationen von perkutaner Nadelfasziotomie, Kollagenase-injektionen und operativen Maßnahmen wird sicherlich in Zukunft deutlich differenzierter erfolgen. In diesem Rahmen erhielt Prof. Ilse Degreef aus Pellenberg/ Belgien folgerichtig auch den internationalen Dupuytren-Preis aus den Händen von Dr. Wolfgang Wach, Vorsitzender des Dupuytren e. V. ([Abb. 1]).

Abb. 1 Prof. Ilse Degreef aus Pellenberg/ Belgien erhält den internationalen Dupuytren-Preis aus den Händen von Dr. Wolfgang Wach, Vorsitzender des Dupuytren e. V. (Foto Herbert Korenjak).

Das zweite Hauptthema „Karpus” wurde ebenfalls durch grundlegende Vorträge von Dr. Hintringer und Prof. Garcia –Elias eingeführt. Die anschließenden Vorträge zeigten allerdings die große Vielfältigkeit dieses Themas auf, das sicherlich auf kommenden Kongressen mit differenzierten Fragestellungen weiterhin in das Programm aufgenommen werden sollte. Tissue engineering und motorische und sensible Ersatzoperationen waren weitere Themenschwerpunkte, die in jeweils einer Sitzung behandelt wurden.

Am Freitag folgte ein ausgesprochen gelungener und langer Festabend mit wunderbarer Musik und Tanzgelegenheit, umgeben von motorisierten Schätzchen der vergangenen Dekaden. Dennoch war bereits die erste und gemeinsame Sitzung von DGH und DAHTH gut besucht Auch hier griffen die einzelnen Vorträge gut ineinander und vermittelten einen differenzierten Überblick über die aktuellen Entwicklungen insbesondere in der Nachbehandlung ([Abb. 2]).

Abb. 2 Die Kongresspräsidenten Dr. Peter Schaller und Dr. Bert Reichert übergeben die gravierte DGH-Wanderschale an Dr. Martin Richter (Foto Herbert Korenjak).

Den Preis für den besten Vortrag erhielt Dr. Hans Christian Hennies für den Vortrag „Epidemiologie und genetische Grundlagen des Morbus Dupuytren”. Für das beste Poster mit dem Titel „Wertigkeit und Reliabilität der Videodokumentation im Vergleich zur Fotodokumentation bei Handgelenksarthroskopien” wurde Dr. Steffen Löw ausgezeichnet. Zum ersten Mal können auch alle aufgezeichneten Vorträge über das Kongressportal http://www.dgh-kongress.de angeschaut und gehört werden.

Gedankt sei an dieser Stelle allen voran den beiden Kongresspräsidenten Dr. Bert Reichert und Dr. Peter Schaller für Ihre umsichtige Vorbereitung und Gestaltung eines gelungenen, abwechslungsreichen Jahreskongress. Der nun 2011 folgende Kongress wird in Bonn von Dr. Martin Richter veranstaltet werden. Bereits jetzt freuen wir uns auf rege Teilnahme und vielleicht ein wenig mehr Lust zur Diskussion ([Abb. 3]).

Für die Deutsche Gesellschaft für
Handchirurgie
Dr. Richarda Böttcher

Abb. 3

Korrespondenzadresse

Dr. R. Böttcher

Unfallkrankenhaus Berlin

Warener Straße 7

12683 Berlin

Email: richarda.boettcher@ukb.de