RSS-Feed abonnieren
DOI: 10.1055/s-0030-1265470
Leistungsfähigkeit eines Palliativmedizinischen Dienstes innerhalb eines Hauses der Maximalversorgung
Am Klinikum Augsburg ist seit ca. 2 Jahren ein palliativmedizinischer Dienst installiert, der Patienten auf allen bettenführenden Stationen betreut. Die Anmeldungen erfolgen vorwiegend durch das hausinterne EDV-System, zusätzlich auch per Telefonruf oder Hinweis eines Mitarbeiters/einer Mitarbeiterin.
Jeder Patient wird grundsätzlich zu Beginn von einem/r Palliativmediziner/in sowie einer palliative care – Pflegekraft gesehen. Es wird ein Assessment sowie ein Behandlungsplan erstellt. Je nach Bedarf werden Folgevisiten durch den/die Palliativmediziner/in durchgeführt, mindestens jedoch einmal vor Entlassung des Patienten. Die weiteren Berufsgruppen (Physiotherapie, Psychologie, Seelsorge, sozialer Beratungsdienst) stimmen sich hinsichtlich der Visiten zeitlich ab. In den täglichen Besprechungen wird frühzeitig geklärt ob eine Berufsgruppe besonders benötigt wird.
Im Beobachtungszeitraum von Januar bis Dezember wurden monatlich ca. 30 Erstkonsile durchgeführt, die Zahl der Begleitungen betrug insgesamt ca. 40 bis 50 Patienten pro Monat, für die eine Leistung gemäß dem OPS-Code 8–982.0–3 abgerechnet werden konnte. Folgende Schlüsse konnten aus der Auswertung der Daten gezogen werden:
Onkologische Patienten stellten den größten Anteil der betreuten Patienten dar. Die meisten Zuweisungen kamen von der Klinik für Hämatologie/Onkologie, Strahlenklinik sowie Viszeralchirurgie. 40 Begleitungen pro Monat stellen mit der aktuellen Besetzung und Organisationsstruktur eine obere Grenze dar. Ein wesentlich höherer Bedarf wird vermutet.
Der zeitliche Aufwand pro Patient schwankte erheblich. Die Berufsgruppen waren je Patient unterschiedlich intensiv zeitlich gefordert.
Nur eine sehr intensive Planung zu Beginn der Betreuung ermöglicht eine rationelle Verteilung der zeitlichen Ressourcen. Die ausführliche Leistungsdokumentation ist essentiell für die Abrechnung. Die interdisziplinäre Koordination der Leistungserbringung vermeidet Über- und Unterversorgung betreuter Patienten.