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DOI: 10.1055/s-0030-1265430
Sterben in Rheinland-Pfalz – Bedürfnisse und persönliche Erfahrungen von Angehörigen
Einleitung: Die Einbeziehung der Angehörigen und die angemessene Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse ist ein wichtiger Qualitätsindikator einer umfassenden Palliative Care – Betreuung. Eine Befragung Angehöriger in Rheinland-Pfalz enthielt auch diesbezügliche Fragestellungen, deren Ergebnisse im folgenden vorgestellt werden.
Methodik: Die Querschnittstudie basierte auf einer Zufallsstichprobe von 4967 Einwohnern in Rheinland-Pfalz, die zwischen Mai und August 2008 verstarben, und an deren Adresse ein Fragebogen für Hinterbliebene verschickt wurde. 3832 Fragebögen wurden zugestellt, 1135 waren unzustellbar.
Ergebnisse: 1378 Angehörige beantworteten den Fragebogen (36%), überwiegend (Ehe)partner (n=491; 35,6%) oder Kinder (n=653; 47,4%).
1193 wollten durch die Ärzte über den aktuellen Krankheitszustand informiert werden. In 73,2% aller Wertungen gaben sie an, dass dies verständlich und ausreichend geschehen sei, in 9,4% stimmten sie nur teilweise zu, in 17,4% eher nicht oder gar nicht. 910 respektive 767hätten sich emotionale Unterstützung durch Ärzte bzw. Pflegende gewünscht; tatsächlich gaben sie nur in 46,6% resp. 51,0% aller Wertungen an, solchen Beistand erhalten zu haben. In 12,1 resp. 13,2% der Wertungen stimmten sie der Aussage nur teilweise zu; in 41,4 resp. 35,8% verneinten sie sie. Von 1189, die sich gerne in Ruhe von dem/der Verstorbenen verabschiedet hätten, war dies für 249 (20,9%) nicht möglich. 48,4% der 839 Angehörigen, die dies gewünscht hätten, fühlten sich nach dem Tod des Angehörigen von den professionellen Helfern persönlich nicht aufgefangen; Informationen zu Hilfsangeboten, z.B. einer Trauergruppe, erhielten 237 (32%) von 744 mit diesem Wunsch.
Schlussfolgerung: Unsere Befragung zeigt, dass wichtige Bedürfnisse bei vielen Angehörigen sterbenskranker Patienten unberücksichtigt bleiben. Dies ist umso gravierender, als nachteilige Effekte für die Trauerbewältigung und damit auch für die Gesundheit der Hinterbliebenen die Folge sein können.