Flug u Reisemed 2010; 17(3): 146
DOI: 10.1055/s-0030-1261732
DTG-Mitteilungen

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Pressemitteilung der DTG – Gesundheitsrisiken und Vorbeugemaßnahmen für WM-Reisende nach Südafrika

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Publication Date:
15 June 2010 (online)

 

Südafrika als Austragungsland der diesjährigen Fußballweltmeisterschaft ist ein Reiseland mit besonderer Aktualität. Derzeit grassiert dort eine Masernepidemie, die schon zu Ansteckungen bei deutschen Reisenden und zur Weiterverbreitung nach deren Rückkehr geführt hat. Allen Südafrikareisenden wird daher dringend empfohlen, ihren eigenen Impf- oder Immunstatus zu überprüfen und sich bei fehlendem Schutz unbedingt impfen zu lassen.

Bild: Fotolia

Neben fälligen Auffrischimpfungen gegen Wundstarrkrampf, Diphtherie, Kinderlähmung und Keuchhusten ist für alle Reisende auf jeden Fall die Impfung gegen Hepatitis A empfehlenswert, auch wenn sie nur die Spiele in den großen Städten besuchen. Sehr sinnvoll ist auch ein Impfschutz gegen Meningokokken-Meningitis, Hepatitis B und die Grippe, deren Saison in der Südhalbkugel gerade zu dieser Zeit stattfindet. Bei Reisen über Land kann zudem eine Impfung gegen Typhus und Tollwut sinnvoll sein.

Derzeit tritt in Südafrika das gefährliche Rifttalfieber auf. Das Ansteckungsrisiko ist jedoch weitgehend begrenzt auf Aufenthalte in ländlichen Gebieten und den direkten Kontakt zu infizierten Weidetieren (Ziegen, Schafe, Kühe). Zur Vorbeugung gehören Mückenschutzmaßnahmen, die auch gegen das in Südafrika vorkommende West-Nil-Fieber und die Malaria wirksam sind.

Ein Malariarisiko besteht derzeit in der Limpopo- und Mpumalanga-Provinz, in KwaZulu-Natal und dem Krüger-Nationalpark. Dies ist im Juni und Juli während des dortigen Winterhalbjahres jedoch relativ gering. Die Austragungsstätten der WM selbst liegen alle in malariafreien Städten.

Vor allem bei Tierparkbesuchen sind Schutzmaßnahmen gegen Zecken anzuraten, da diese das in Südafrika sehr häufige Zeckenbissfieber übertragen können. Beim Auftreten von Fieber oder anderen schweren Krankheitssymptomen nach der Rückkehr sollte unverzüglich ein Tropenmediziner aufgesucht werden. Eine aktuelle Liste ist über http://www.dtg.org abrufbar.

Quelle: Pressemitteilung der DTG