Klin Padiatr 2010; 222 - GNPI_PO_27
DOI: 10.1055/s-0030-1261487

Frühgeborenes der 30+5 SSW, GG 1605g, symptomatische CMV- Infektion bei IgG und IgM positiver Mutter über Tröpfcheninfektion? Ein Fallbericht

C Volz 1, K Fritsche 1, G Rupprath 1
  • 1Kinderklinik, Westpfalz-Klinikum GmbH, Kaiserslautern

Anamnese: Mutter 22-jährige 1. Gravida, 1. Para, CMV IgG und IgM positiv, sekundäre Sectio bei hochpathologischem CTG und Wehentätigkeit in der 30+5 SSW, Apgar 7/8/9, respiratorische Anpassungsstörung mit Rachen- CPAP über vier Tage, kein zusätzlicher Sauerstoffbedarf.

Verlauf: zunächst klinisch stabiles Kind, CMV IgG positiv, IgM negativ, CMV- DNA im Urin negativ, Ernährung mittels pasteurisierter Muttermilch (63°C, 30min) bei weiterhin CMV IgG und IgM positiver Mutter und Beba FG, bei 35+3. SSW Beendigung der Pasteurisierung und Stillen, zwei Tage später klinische Verschlechterung mit respiratorische Symptomatik, radiologisch Pneumonie, Tachykardie und blass- gräulichem Hautkolorit, kein Anstieg der Entzündungsparameter, daraufhin CMV IgM positiv, CMV- DNA im Urin und Serum >1000 cop/ml verdächtig auf frische, symptomatische CMV- Infektion. Retrospektive Trockenblutuntersuchung (Guthriekarte vom 3. LT) CMV- DNA negativ.

Fazit: Die kurze zeitlich Abfolge von Beendigung der Pasteurisierung und symptomatischer CMV- Infektion legt eine Übertragung anders als über die Muttermilch, am ehesten über Tröpfcheninfektion nahe.