Klin Padiatr 2010; 222 - HV_10
DOI: 10.1055/s-0030-1261295

ECMO beim pädiatrischen ARDS

T Schaible 1
  • 1Kinderklinik, Klinikum Mannheim, Mannheim

Das pädiatrische ARDS umfasst Patienten mit einer Reife von mindestens 44 SSW bis zum18. Lebensjahr. Ursachen sind meist primär pulmonal, selten jedoch auch sekundär wie z.B im Rahmen einer Sepsis. Manchmal verläuft die Erkrankung des ARDS so schwer, dass aufgrund einer Hypoxämie ECMO akut indiziert sein kann (fast entry Kriterium). Wenn es gemessen am Oxigenierungsindex keine Fortschritte mit der konventionellen Therapie inklusive additiver Massnahmen wie Surfactant, NO oder HFOV gibt und der Sauerstoffbedarf nicht rückläufig ist oder ein schweres Ventilationsdefizit vorliegt sprechen wir von "slow entry" Kriterien. Nach mehr als 10 Tagen Beatmung mit reinem Sauerstoff besteht auch im Kondesalter die Gefahr einer Fibrosierung der Lunge und somit einer nicht reversiblen Lungenerkrankung, welche dann eine Kontraindikation für die ECMO darstellt. Wir berichten über die Erfahrungen mit pädiatrischem ECMO in Mannheim aus den letzten 20 Jahren. In dieser Zeit wurden 92 Kinder mittels ECMO therapiert, 60% haben überlebt. Dabei werden die Beatmungseinstellungen vor der ECMO, die zugrundeliegende Diagnose sowie die Dauer der ECMO, die Technik (Veno-venös oder veno-arteriell) sowie das Outcome analysiert.

Aus diesen Analysen werden dann Schlussfolgerungen über den Zeitpunkt der Verlegung, einer lungenprotektiven Beatmung und über Mechanismen der Reparation der geschädigten Lungen abgeleitet. Weiterhin wird die Evidenz zur ECMO kommend aus der Neonatologie und der Erwachsenenmedizin aufgezeigt und dargestellt wie wichtig Datennetzwerke und standardisierte Abläufe zur Verbesserung der Ergebnisqualität sind.